SZ 26.04.2026
13:33 Uhr

(+) Theater: Für immer Krieg


Zeitenwende in der Tschechow-Rezeption: Mateja Koležnik packt die „Drei Schwestern“ am Berliner Ensemble in einen Bunker.

(+) Theater: Für immer Krieg
Frischer Wind? Hier gibt es nicht einmal ein Fenster, und die Resignation geht in Fäulnis über. Jörg Brüggemann

Das geht ja gut los. Die für ihren mitleidlosen Blick so berühmte wie gefürchtete Regisseurin Mateja Koležnik gönnt Tschechows Wehmutsspezialistinnen des nicht gelebten Lebens, den „Drei Schwestern“, am Berliner Ensemble keinen schönen Salon auf einem russischen Landgut des 19. Jahrhunderts. Sie müssen ohne das Theaterklischee-übliche Tschechow-Dekor, Samowar-Nostalgie, empfindsamen Herren in weißen Leinenanzügen und ein Birkenwäldchen im Hintergrund auskommen. Stattdessen sperrt sie Koležnik in den fensterlosen Bunker einer Militärstation samt Funk- und Radaranlage, Munitionskisten und Gefechtslandkarten (Bühne: Klaus Grünberg).

Ein Bericht des Landesrechnungshofes bestätigt, was viele kleine Peinlichkeiten vermuten ließen: Berlins Kultursenatorin nahm es bei der Vergabe von Mitteln zur Antisemitismusbekämpfung mit den Regeln nicht so genau.

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