Weiß, weiß, weiß, weiß. Schier endlos ist das Weiß des antarktischen Eisschilds, und für den Menschen muss es eine mit nichts zu vergleichende Grenzerfahrung darstellen, ihm ausgeliefert zu sein. Die Uraufführung von „Polaris“ stieß bei den Ruhrfestspielen im Theater Marl wohl auch deshalb auf so großes Interesse. Theaterregisseur Jan-Christoph Gockel, Dokumentarfilmer Lion Bischof und die Schauspieler Julia Gräfner und Wolfram Koch waren für ihr Stück auf die deutsche Polarstation Neumayer III in die Antarktis gereist. Recherche. Die Grenzerfahrung am eigenen Leib und Verstand erleben. Was sie mitbrachten, waren Bezüge zu großer Weltliteratur wie „Solaris“ (schon durch die Titelwahl) oder „Moby Dick“, die in die Inszenierung gewebt sind. Allerdings provozierte die farblose Kälte bei den Theatermachern offenbar vor allem den Willen zur Komik.
