SZ 14.04.2026
11:00 Uhr

(+) Wahl in Ungarn: Ein neuer „Wind of Change“?


Ungarische Politiker tanzen vor Freude über Magyars Wahlsieg – zum Soundtrack von „Die Tribute von Panem“. Über den Sound einer Revolution und die Parallelen zwischen Fiktion und Realität.

(+) Wahl in Ungarn: Ein neuer „Wind of Change“?
Allgemeine Ausgelassenheit: Auf der Wahlparty von Péter Magyar wurde viel getanzt, auch zum Soundtrack von „Die Tribute von Panem“. Marton Monus/REUTERS

Es sind Bilder, die stellvertretend stehen für die Freude, die Euphorie und Energie, die nach der Abwahl von Viktor Orbán Ungarn und ganz besonders Budapest beherrschen. Tisza-Parteimitglied Zsolt Hegedűs tanzt ausgelassen auf der Bühne, seine Parteikollegen klatschen, wippen, hüpfen mit. Das sind echt flotte Moves, die der Mann draufhat – als wohl zukünftiger Gesundheitsminister Ungarns kann es auch nicht schaden, zu jeder Gelegenheit darauf aufmerksam zu machen, wie wichtig genügend Bewegung ist.

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Aber neben der fesselnden Performance fällt da noch etwas auf: Den Song, zu dem Hegedűs seine Beine verknotet, kennt man doch! Ja, aus der dystopischen Jugendbuchreihe „Die Tribute von Panem“ von Suzanne Collins und ihrer Verfilmung.

Im Land Panem leben die Menschen in Distrikte unterteilt. Im Kapitol residieren die Reichen in Saus und Braus, in den Distrikten eins bis zwölf dagegen herrscht Armut, strenge Gesetze werden mit Waffengewalt aus dem Kapitol durchgesetzt. Das wohl brutalste: Jedes Jahr schicken alle Distrikte je einen Jungen und ein Mädchen in eine Arena, wo die 24 Kinder sich auf den Tod bekämpfen müssen. Das soll abschrecken und Aufstände verhindern. Doch als Katniss Everdeen aus Distrikt 12 das System überlistet, passiert das Gegenteil: Sie wird zur Galionsfigur einer Revolution. Und ein Song, den sie singt, zu deren Hymne.