Die Spielbetriebsgesellschaft des TSV 1860 München, an der der Stammverein 40 Prozent der Anteile hält und Investor Hasan Ismaik 60 Prozent, steht vor der Insolvenz. Es handelt sich um eine GmbH & Co. KGaA (Gesellschaft mit beschränkter Haftung & Compagnie-Kommanditgesellschaft auf Aktien). Das ist eine typisch deutsche Rechtsform, die die Haftungsbegrenzung einer Kapitalgesellschaft mit der Flexibilität einer Personengesellschaft vereint. Große Traditionsunternehmen wie Henkel, Merck oder Fresenius nutzen diese Form, um Kapital zu beschaffen, ohne die Kontrolle abzugeben. Auch Fußballklubs setzen gerne auf dieses Konstrukt für Kapitalzufuhr ohne Kontrollverlust, neben den Löwen etwa Borussia Dortmund, Werder Bremen und der 1. FC Köln. Schließlich besagt die 50+1-Regel des Deutschen Fußball-Bundes, dass Stammvereine die Entscheidungshoheit behalten müssen. Dies gelang bei 1860, indem die KGaA Anteile an Ismaik abgab, während die Geschäftsführungs-GmbH zu 100 Prozent dem Stammverein gehört und gegenüber der Geschäftsführung weisungsbefugt ist. Ein kompliziertes Konstrukt, das Ismaik nie akzeptieren wollte.
