Was haben uns die Römer nicht alles hinterlassen! Unzählige Begriffe, darunter den des Populismus, der sich vom lateinischen Wort „populus“ ableitet; es bedeutet das Volk einer Gemeinschaft, eines Staates. Das Zeichen SPQR, das viele dank Asterix-Lektüre als Inschrift auf den von Römern getragenen Standarten kennen, stand für „Senatus Populusque Romanus“, den Senat und das Volk von Rom. Man kann die Inschrift als Unterteilung der Gemeinschaft in Elite und übriges Volk begreifen, aber auch als zwei Elemente, die eine Einheit bilden. Populismus, wie ihn die Politikwissenschaft definiert, zielt auf das Trennende ab, da die abgehobene Elite, hier das Volk. Vertreter einer solchen Strömung gerieren sich gerne als Volksversteher, die zu wissen glauben, was die Menschen eines Staates wirklich wollen und dass die da oben alles falsch machen. Dabei ignorieren sowohl die Populisten als auch ihre Anhänger häufig den Umstand, dass selten ein gesamtes Volk alle Ansichten teilt, ebenso ignorieren sie, dass die populistischen Führungsfiguren meist selbst einer Elite angehören. In der Alltagssprache wird populistisch gelegentlich mit populär, beliebt, gleichgesetzt.
