SZ 02.06.2026
13:44 Uhr

Eulen: Einmal Uhu-Alleskleber, und die Federn sitzen wieder


In Utah hat eine Eule eine Höhle mit einem Betonmischer verwechselt und Federn eingebüßt. Zum Glück gibt es eine uralte Methode, die dem Tier zurück in die Luft verhilft.

Eulen: Einmal Uhu-Alleskleber, und die Federn sitzen wieder

Der Uhu Schuhu, dank Otfried Preußlers Roman „Das kleine Gespenst“ eine der prominentesten Eulen überhaupt, lebt in einer hohlen Eiche am äußersten Rand des Burgberges der Burg Eulenstein, „genau dort, wo die Felsen steil zum Fluss hin abfallen“. So wild-romantisch stellt man sich alle Eulennester vor. Die Vögel selbst wollen aber vor allem eine sichere Unterkunft, irgendeinen Hohlraum, in den sie sich zurückziehen können. Und das ist nun mal häufig keine Eiche, sondern irgendetwas Menschengemachtes.

Dass das ganz schön klebrig werden kann, wenn man nicht aufpasst, erfuhr im vergangenen Herbst ein junger Virginia-Uhu im US-Bundesstaat Utah, der es sich in einer vermeintlichen Höhle gemütlich machen wollte. In Wirklichkeit handelte es sich dabei um den Aufsatz eines fahrbaren Betonmischers. Als der Fahrer den Beton auskippte, kam der Uhu völlig verschmiert mit heraus. Immerhin leistete das Bauteam Erste Hilfe, spülte das Tier notdürftig ab und übergab es dann dem „Best Friends Animal Sanctuary“, wo man den Beton aus Kopf- und Brustgefieder sowie den Flügeln entfernte.

Doch irgendwann stellte sich heraus, dass einige der Schwungfedern des Uhus nicht richtig nachwuchsen. Zum Glück gibt die uralte Methode des „Schiftens“, das schon im Falkenbuch Kaiser Friedrichs II. Erwähnung findet. Dabei wird der Kiel der defekten Feder mit dem einer intakten Spenderfeder mittels einer sogenannten „Schiftnadel“ und einem Kleber verbunden. In einer anderthalbstündigen Prozedur wurden so zehn Schwungfedern ersetzt. Jetzt kann der Virginia-Uhu wieder lautlos fliegen und jagen. Wie die amerikanische Eulen-Expertin Karla Bloem der Agentur AP versicherte, sollten die Ersatzfedern bis zur nächsten Mauser halten.

Zwei Marktlücken tun sich nach dieser Rettungsstory auf: Erstens müsste dringend jemand eine Abdeckung erfinden, die Betonmischer eulensicher macht. Und zweitens sollte ein bekannter baden-württembergischer Klebstoffhersteller bald mal den Spezialkleber „Uhu Federn und Flügel“ auf den Markt bringen.

Die Nachsilbe „-maxxing“ nimmt in den sozialen Netzwerken überhand, anscheinend lässt sich jeder denkbare Aspekt des Lebens maximieren. Was hinter dem Slangwort steckt.

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