SZ 05.09.2026
10:14 Uhr

Hackerangriff auf Verwaltung: Sensible Daten der Berliner Verwaltung im Netz veröffentlicht


Professionelle Hacker konnten in großem Umfang Daten von zwei Berliner Senatsverwaltungen erbeuten. Nun sind in großem Umfang interne Dokumente öffentlich einsehbar.

Hackerangriff auf Verwaltung: Sensible Daten der Berliner Verwaltung im Netz veröffentlicht

Hacker haben eine große Menge an teils höchst sensiblen Daten aus der Berliner Verwaltung veröffentlicht. Nach Informationen der Süddeutschen Zeitung können die Daten seit Freitagnachmittag auf der Darknet-Seite der Gruppe Rhysida heruntergeladen werden. Es befinden sich darunter Verträge, Dokumente zu kritischer Infrastruktur, Passwörter und sehr viele personenbezogene Daten wie Adressen und Telefonnummern. Ob es sich wirklich wie angegeben um 1,44 Millionen Dateien im Umfang von rund 5,7 Terabyte handelt, ließ sich kurzfristig nicht verifizieren.

Der Cyberangriff war am 14. August bekannt geworden. Betroffen waren die Senatsverwaltungen für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt sowie die für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen. Die professionellen Hacker hatten offenbar mehrere Tage unbemerkt Zugriff auf die internen Computersysteme, vom 7. bis 12. August. Zunächst hatte der Senat behauptet, es seien nur öffentlich zugängliche Daten abgeflossen.

Seit einer Woche war bekannt, dass Hacker das Land Berlin erpressen und drohen, die erbeuteten Daten zu veröffentlichen, sollte nicht eine hohe Geldsumme bezahlt werden. Auf ihrer Darknet-Seite wurden die gestohlenen Daten zum Verkauf angeboten. Geforderter Betrag: 30 Bitcoins, das sind nach dem aktuellen Kurs rund zwei Millionen Euro. Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) hatte erklärt, dass das Land Berlin sich nicht erpressen lasse. Am Freitagnachmittag ist die Frist der Hacker abgelaufen.

Die Daten, die nun veröffentlicht sind, stammen aus allen möglichen Abteilungen der betroffenen Senatsverwaltungen. Es handelt sich sowohl um Unterlagen der Fachbereiche, Dokumente zu politischen Prozessen als auch um interne Verwaltungsangelegenheiten. Aus dem Bereich Personal sind etwa Zeugnisse oder eingescannte Ausweise unter den Dokumenten. Auch vertrauliche Dokumente zu Disziplinarverfahren haben die Hacker veröffentlicht, überschrieben mit „Vertrauliche Personalsache!“.

Ähnlich wie in diesem Fall hat Rhysida in den vergangenen Jahren Dutzende Male Organisationen und Unternehmen angegriffen, Daten gestohlen und sich entweder dafür bezahlen lassen oder sie im Darknet veröffentlicht. Oft waren die USA betroffen, aber etwa auch sensible Daten einer Stuttgarter Hausverwaltung wurden schon veröffentlicht, wenn auch in deutlich geringerem Ausmaß als nun in Berlin.

Die Berliner Verwaltung will Personen, die in den abgeflossenen Daten auftauchen, je nach Risikoeinschätzung informieren. Betroffene seien aufgerufen, Strafanzeige bei der Polizei zu erstatten, heißt es. Aktuell wird davon ausgegangen, dass das „Landesnetz Berlin“, also das Computernetzwerk der Behörden, nicht mehr infiltriert ist.

Korrekturhinweis: In einer früheren Version dieses Artikels hieß es fälschlicherweise, Daten aus der Stuttgarter Stadtverwaltung seien auf der Hackerseite veröffentlicht worden. Es waren aber unzutreffend betitelte Daten eines Stuttgarter Hausverwaltungsunternehmens.

Die russischsprachigen Angreifer nehmen in Europa und den USA etliche Firmen ins Visier, darunter wohl auch einen deutschen Garagentor-Hersteller.

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