SZ 21.05.2026
15:26 Uhr

Israel: Aufstieg eines Radikalen


Itamar Ben-Gvir demütigt Friedensaktivisten, marschiert auf den Tempelberg und fordert die Vertreibung von Palästinensern. Sein Land distanziert sich, aber viele wählen ihn trotzdem.

Israel: Aufstieg eines Radikalen
Minister für Provokation? Der israelische Minister für nationale Sicherheit, Itamar Ben-Gvir, bei einem Marsch radikaler Siedler in der Jerusalemer Altstadt. Jamal Awad/dpa

Itamar Ben-Gvir läuft sichtlich aufgeregt durch die Menge. Vor ihm knien Menschen auf dem Boden, die Hände zusammengebunden. Der rechtsextreme Sicherheitsminister schreit: „Terroristen!“ und: „Unterstützer von Mördern!“ und schwenkt die israelische Flagge. Die Frauen und Männer, die dort mit gebeugten Rücken kauern müssen, gehören zu den mehr als 400 Aktivisten aus über 40 Ländern der „Global Sumud Flotilla“, einer zivilen Hilfsflotte. Sie wollten die von Israel 2007 verhängte Seeblockade des Gazastreifens durchbrechen und einen humanitären Hilfskorridor einrichten. Am Dienstag wurden sie vor dem Gazastreifen von der israelischen Marine abgefangen und schließlich festgenommen.

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