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04.05.2026
09:27 Uhr
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Nach drei Jahren kehrt Manchester United in die Fußball-Königsklasse zurück. Die Lage ist so gut wie lange nicht mehr – doch der Klub sorgt sich um Trainerlegende Alex Ferguson.

Kurz vor dem Premier-League-Heimspiel gegen den FC Liverpool erreichte Manchester United eine beunruhigende Nachricht. Trainerlegende Alex Ferguson, der das Duell der englischen Titeltitanen (jeweils 20 Meisterschaften) live vor Ort verfolgen wollte und bereits im Stadion Old Trafford eingetroffen war, musste seinen Besuch kurzfristig abbrechen – offenbar wegen Unwohlseins.
Zur genaueren medizinischen Abklärung wurde der Sir ins Krankenhaus gebracht. Ein akuter Notfall lag Berichten zufolge nicht vor. Ferguson, der Manchester United von 1986 bis 2013 zu 13 Ligatiteln führte, zählt selbst mit 84 Jahren noch zu den Stammgästen bei Heimspielen seines Klubs. Die Verbundenheit zu den Red Devils ist ungebrochen. Entsprechend dürfte ihm der Spielausgang am Sonntag zumindest eine kleine Freude bereitet haben: Sein United rang den Erzrivalen Liverpool 3:2 (2:0) nieder und qualifizierte sich damit nach drei Jahren erstmals wieder für die Champions League.
Drei Spieltage vor Saisonende steht Manchester United als beste Rückrundenmannschaft auf Platz drei der Premier League, jeweils sechs Punkte vor den punktgleichen Liverpool und Aston Villa, jedoch uneinholbar für Klubs außerhalb der Königsklassenränge. Trotz der Pleite gegen den direkten Konkurrenten um die Champions-League-Millionen hat auch Liverpool die lukrativen Prämien fast sicher – ebenso wie Aston Villa, das zu Hause mit 1:2 gegen Tottenham Hotspur verlor. Die Spurs konnten die Abstiegszone verlassen, in der nun West Ham United mit den feststehenden Absteigern Burnley und Wolverhampton steckt.
Für United war es der erste Doppelerfolg gegen den LFC innerhalb einer Ligaspielzeit seit zehn Jahren, damals noch unter Louis van Gaal. Solche Bilanzen stärken die Position des aktuellen Trainers Michael Carrick, der im Winter für den entlassenen Rúben Amorim übernahm; Carricks Vertrag läuft zum Saisonende aus. Zu einer Weiterbeschäftigung hält sich Carrick weiterhin genauso bedeckt wie der Verein. Auskunftsfreudiger war er über sein Verhältnis zu seinem früheren Vorgesetzten Ferguson, unter dem er einst im Mittelfeld spielte. Dessen Befinden habe ihn „sehr betroffen“, als er vor Anpfiff davon erfahren habe, sagte Carrick. Über die genauen Umstände wisse er zwar nicht Bescheid, er hoffe aber, dass der Sieg einen „positiven Schub“ zur Genesung beigetragen habe. Der Klub gab keine Stellungnahme zu Fergusons Verfassung ab.
Auf dem Platz führte United früh 2:0, durch Offensivspieler Matheus Cunha per abgefälschtem Schuss nach einer Ecke (6. Minute) sowie Torjäger Benjamin Sesko nach einem Konter (14.). Letzterer könnte den Ball indes unmittelbar vor der Torerzielung tatsächlich mit den Fingerspitzen regelwidrig berührt haben. Zweifelsfrei ließ sich das selbst in der Zeitlupe nicht klären, das Tor behielt folglich seine Gültigkeit. Während United weitere gute Möglichkeiten nach Ballverlusten des Gegners liegen ließ, entwickelte Liverpool kaum Durchschlagskraft. Da der LFC neben den Ausfällen im Sturm von Hugo Ekitiké und Mohamed Salah kurzfristig auch auf Alexander Isak verzichten musste, agierte Florian Wirtz als zentrale Spitze. Der deutsche Nationalspieler wich jedoch häufig zurück und auf die Flügel aus, sodass es teils wirkte, als spielte sein Team nahezu ohne Angriff.
Zur Pause stellte LFC-Coach Arne Slot um, Wirtz ging auf die linke Seite, Cody Gakpo rückte dafür ins Zentrum. Die zwischenzeitliche Aufholjagd resultierte allerdings aus Fehlern Uniteds, die denen Liverpools zuvor kaum nachstanden. Zunächst passte Amad Diallo den Ball an der Mittellinie versehentlich in die Füße von Dominik Szoboszlai, der seinen anschließenden Sololauf mit dem Anschlusstreffer vollendete (47.). Neun Minuten später patzte dann United-Torwart Senne Lemmens: Er leistete sich im eigenen Strafraum einen Abspielfehler, den Gakpo nach schneller Ballzirkulation über drei Stationen zum Ausgleich verwertete.
In dieser Phase sorgte eine bemerkenswerte Statistik für zusätzliche Spannung, die United ernsthaft zu verspielen drohte: Seit 1984 hat der Klub nach Halbzeitführung im eigenen Stadion keine Partie mehr verloren. Nun ergab sich ausgerechnet für den verhassten Konkurrenten von der Merseyside die Gelegenheit, diese Serie zu beenden. Doch der Siegtreffer fiel auf der anderen Seite: durch Eigengewächs Kobbie Mainoo, 21, der am Strafraum entschlossen abzog (77.). Zu Wochenbeginn hatte das Talent seinen Vertrag bei United bis 2031 verlängert. „Manchester born and bred“, ein waschechter Junge der Stadt, schmetterte der Stadionsprecher, bevor er Mainoo als Torschützen verkündete. Es sei „ein Segen, hier zu spielen und zu treffen“, sagte der Spieler überwältigt.
Dank Mainoo sind es jetzt 399 Heimspiele ohne Niederlage bei Halbzeitvorsprung. Den Sockel an Spielen legte dafür einst natürlich Alex Ferguson. Die Fans feierten ihren abwesenden Trainerliebling mit anhaltenden Sprechchören – in der Hoffnung, dass er bald wieder auf der Ehrentribüne Platz nimmt.
Der FC Arsenal legt beim 3:0 gegen Fulham im Meisterschaftsduell mit Manchester City eindrucksvoll vor. Im Fokus: Rückkehrer Bukayo Saka – und Per Mertesacker.
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