SZ 02.06.2026
09:16 Uhr

Paritätischer Wohlfahrtsverband: Bayern hat bundesweit die wenigsten Armen


Besonders niedrig sind die Armutsquoten in Schwaben (11,4 Prozent), Oberbayern (11,8) und Niederbayern (12,3), etwas höher in den drei fränkischen Regierungsbezirken und der Oberpfalz.

Paritätischer Wohlfahrtsverband: Bayern hat bundesweit die wenigsten Armen

Bayern ist nach einer Auswertung des Paritätischen Wohlfahrtsverbands das Bundesland mit der niedrigsten Armutsquote in der Bundesrepublik. Demnach zählen 12,6 Prozent der bayerischen Bevölkerung als arm, weniger als halb so viele wie am anderen Ende der Tabelle in Bremen (27,5 Prozent). Hinter Bayern auf Platz zwei liegt Baden-Württemberg mit einer Armutsquote von 13,2 Prozent. Laut Wohlfahrtsverband hat sich das Gefälle der Lebensverhältnisse zwischen dem Süden und den strukturschwachen Regionen im Norden und Osten Deutschlands vergangenen Jahr vergrößert.

Als arm zählen für den Verband Haushalte mit weniger als 60 Prozent des Medianeinkommens. Das Statistische Bundesamt spricht von armutsgefährdet. Der Median bezeichnet nicht den Durchschnitt, sondern den Mittelwert zwischen der oberen und der unteren Hälfte der Einkommen. Bayern liegt deutlich unter der deutschlandweiten Armutsquote von 16,1 Prozent. Die Regionen mit niedrigen Armutsquoten profitieren demnach
hauptsächlich von starker Wirtschaftsstruktur, hoher Beschäftigung
und vergleichsweise hohen Einkommen.

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Doch auch innerhalb des Freistaats gibt es den Berechnungen des Paritätischen zufolge ein Süd-Nord-Gefälle, wenn auch sehr viel weniger ausgeprägt als im Vergleich mit Norddeutschland: Besonders niedrig sind die Armutsquoten demnach in Schwaben (11,4 Prozent), Oberbayern (11,8) und Niederbayern (12,3), etwas höher dagegen in den drei fränkischen Regierungsbezirken und der Oberpfalz.

Auffällig ist vor allem die Position Niederbayerns unter den ersten drei. Noch in den 1960er-Jahren galt vor allem der Bayerische Wald als Armenhaus und eine der am wenigsten wohlhabenden Regionen der alten Bundesrepublik.

Nach über einem Jahrzehnt veröffentlicht Regensburg wieder einen Armutsbericht. Der zeigt, dass auch in einer vermeintlich wohlhabenden Stadt Menschen am Rande des Existenzminimums leben – und sich dafür schämen.

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