SZ 23.08.2026
14:00 Uhr

Pflegeversicherung: Linnemann verzichtet auf Kürzungen bei pflegenden Angehörigen


Vorgängerin Nina Warken wollte Geld sparen, indem weniger Rentenbeiträge für Menschen gezahlt werden, die zu Hause Pflegearbeiten übernehmen. Das ist nun offenbar vom Tisch.

Pflegeversicherung: Linnemann verzichtet auf Kürzungen bei pflegenden Angehörigen

Gesundheitsminister Carsten Linnemann (CDU) hat eine Korrektur des von seiner Vorgängerin vorgelegten Konzepts für eine Reform der Pflegeversicherung angekündigt. Es werde nun doch keine Kürzung des Rentenversicherungszuschusses für Menschen geben, die ihre Angehörigen zu Hause pflegen. Er wolle bei dieser Gruppe nicht sparen, „weil das Menschen sind, die unsere Gesellschaft zusammenhalten“, sagte der Minister in einem Bild-Interview.

Nina Warken, die frühere Gesundheitsministerin, die inzwischen Chefin des Kanzleramtes ist, hatte geplant, den Zuschuss wegen der desolaten Finanzlage in der Pflegeversicherung zu kürzen und so 1,8 Milliarden Euro einzusparen. Bisher zahlen die Pflegekassen bis zu 740 Euro im Monat an Rentenbeiträgen für Angehörige. Dafür gelten allerdings ein paar Bedingungen: Die häusliche Pflege muss mehr als zehn Stunden pro Woche umfassen, die zu pflegender Person muss mindestens in Pflegegrad zwei eingestuft sein und die oder der Angehörige darf nicht mehr als 30 Stunden pro Woche berufstätig sein.

Zustimmung bekam Linnemann von Bayerns Gesundheitsministerin Judith Gerlach (CSU). Die Angehörigen seinen in die Pflege „eine wichtige Säule, die wir nicht schwächen dürfen“. Auch Bundeskanzler Friedrich Merz hatte sich zuletzt kritisch zur Kürzung bei den pflegenden Angehörigen geäußert.

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