SZ 30.04.2026
11:01 Uhr

Sommerfestival: erste Höhepunkte: Italienischer Star kommt zum Filmfest München


Der große Schauspieler Toni Servillo wird beim Filmfest München mit dem „Cinemerit Award“ für herausragende Verdienste geehrt. Und noch ein weiterer Höhepunkt des Sommerfestivals ist bereits bestätigt.

Sommerfestival: erste Höhepunkte: Italienischer Star kommt zum Filmfest München

Das 43. Filmfest München rückt näher (26. Juni bis 5. Juli). Am Programm wird noch gefeilt, erste Höhepunkte und Ehrengäste stehen aber bereits fest. Wie kürzlich bekannt wurde, wird der italienische Schauspieler Toni Servillo mit dem „Cinemerit Award“ für herausragende Verdienste um die Filmkunst geehrt. Servillo, eng verbunden mit dem Werk des Meisterregisseurs Paolo Sorrentino („La Grande Bellezza“), wird die Auszeichnung persönlich in München entgegennehmen: Bei der Gala am 29. Juni soll die jüngste Zusammenarbeit von Servillo, 67, und Sorrentino, 55, zur Aufführung kommen: das anrührende Drama „La Grazia“ aus dem Jahr 2025.

Servillo, unter anderem zweimal mit dem Europäischen Filmpreis sowie bei den Festivals in Venedig und Locarno ausgezeichnet, zählt zu den bedeutendsten Schauspielern Italiens. Zunächst hat er das neapolitanische Theater geprägt, auch als Regisseur, ehe er als Filmschauspieler einem größeren Publikum bekannt wurde. Eines seiner Markenzeichen ist die Darstellung von Männern der Macht. In „Loro – Die Verführten“ verkörperte Servillo den ehemaligen italienischen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi (2018). Zu seinen großen Filmen zählen etwa „Gomorrha“ (2008), „Il Divo“ (2008), „La Grande Bellezza“ (2013) und jüngst „La Grazia“. Dafür wurde er 2025 in Venedig als bester Darsteller geehrt.

Ein zweiter Münchner Höhepunkt ist bereits fix: Mit einer kleinen Hommage würdigt das Filmfest das Werk der deutschen Regisseurin Jutta Brückner (gezeigt werden drei Arbeiten von 1980 bis 2026). Brückner, Jahrgang 1941, hat sich durch ihre feministischen Fragestellungen einen Namen gemacht, ihr gesellschaftskritisches Werk ist mehrfach prämiert. In München soll auch ihr neuer Film „Im Spiegel meiner Mutter“ uraufgeführt werden, ein Familiendrama über Machtverhältnisse und weibliche Abhängigkeit im intellektuellen Milieu, besetzt unter anderem mit Corinna Harfouch, Carla Juri, Hildegard Schmahl, Nina Kunzendorf und Samuel Finzi.

Das künstlerische Leitungsduo des Filmfests München würdigt die ersten Ehrengäste „als Filmmenschen mit klarer Haltung – und ihre jeweils sehr europäischen Werte und Perspektiven“. Christoph Gröner und Julia Weigl teilen mit: „Wir freuen uns, mit Toni Servillo einen auf unseren Leinwänden oft gesehenen Meister der moralischen und politischen Ambivalenz endlich persönlich in München begrüßen zu dürfen. Und genauso freut es uns, einer der großen Stimmen des Neuen Deutschen Films die Bühne zu bieten, Jutta Brückner, der mit ,Im Spiegel meiner Mutter‘ ein äußerst vitales, feministisches Spätwerk gelungen ist.“

Das Filmfest München gilt nach der Berlinale als bedeutendstes Kinofestival Deutschlands. 2025 wurden 91 000 Besuche gezählt, davon 16 000 bei Branchenveranstaltungen (2024 waren es 71 000 ohne Branchen-Events, seit 2025 wird neu gerechnet). Ehrengäste im vergangenen Jahr waren unter anderem Gillian Anderson und Stellan Skarsgård.

Was ist wahr, was ist Fake? Dokumentarfilme sind wichtiger denn je. Das Dok-Fest München zeigt in seiner 41. Ausgabe 106 Werke aus 49 Ländern. Der große Überblick.

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