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01.10.2026
09:49 Uhr
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Bayerns Kultusministerium sagt die Lernstands-Abfrage für die zehnten Klassen in Mathematik ab. Der Grund: Die Aufgabenstellung war durchgesickert.

Die Zehntklässler an Bayerns Gymnasien müssen in diesem Jahr keinen Mathetest schreiben.
Armin Weigel/dpa
Die Nachricht dürfte viele Zehntklässler gefreut haben: Der für diesen Donnerstag angesetzte Jahrgangsstufentest Mathematik in der 10. Klasse an Gymnasien fällt in diesem Jahr aus. Der Grund hierfür ist die Unachtsamkeit einer Schule, wie das Kultusministerium am Donnerstag bestätigte. Man habe die Schulen am Vorabend informieren müssen, dass die Aufgabenstellungen des Jahrgangsstufentests Mathematik, 10. Jahrgangsstufe, infolge eines Versehens an einer einzelnen Schule vorzeitig bekannt geworden sind, schrieb das Ministerium auf Rückfrage. Welche Schule geschlampt hatte, teilte das Ministerium nicht mit.
Da eine Gleichbehandlung der Schülerinnen und Schüler im vorliegenden Fall nicht mehr sichergestellt wäre, sei es im Schuljahr 2026/27 bedauerlicherweise nicht möglich, dass dieser Jahrgangsstufentest benotet wird. „Stattdessen haben wir den Schulen empfohlen, das Testmaterial für eine unbenotete, schulinterne Lernstandserhebung zu verwenden“, heißt es. Die Lehrer könnten daraus mögliche Ansatzpunkte für Schwerpunktsetzungen im Unterricht oder für die individuelle Förderung gewinnen. Etwaige Ergebnisse sollen aber nicht an das Staatsministerium rückgemeldet werden. Einige Schulen ließen den Test daraufhin ausfallen. In anderen wurde er geschrieben, aber nicht bewertet.
Schon am Mittwochabend hatten einige Schulen über ihre Onlineportale die Schüler darüber informiert, dass das Kultusministerium den Test nicht werten werde. Diese Nachricht verbreitete sich über Klassenchats schnell auch in andere Schulen. In Klassenchats kursierte zudem ein unscharfes Bild mit einem Teil der Aufgaben. Die Echtheit des als Screenshot abfotografierten und mehrfach weitergeleiteten Bildes ließ sich allerdings nicht überprüfen.
An den bayerischen Gymnasien werden die Jahrgangsstufentests seit 1998 regelmäßig abgehalten. Sie fragen mit landesweit einheitlichen Aufgaben ab, ob bei den Schülern der Stoff aus dem Unterricht sitzt. Die Ergebnisse gelten für Lehrer als wichtige Rückmeldung. Bei vielen Schülern sind die Tests dagegen unbeliebt. Sie fragen etwa in Mathematik gleich zum Schuljahresbeginn den Stoff des gesamten zurückliegenden Schuljahres ab. Manch ein Schüler muss dafür in seinen Ferien lernen.
Die kurzfristige Absage kommt indes nicht zum ersten Mal: Schon 2025 hatte das Kultusministerium einen Jahrgangsstufentest im Fach Englisch für die 10. Klassen der Gymnasien nicht werten können. Auch damals war die Aufgabenstellung durchgesickert. Man habe die Schulen daraufhin noch einmal eindringlich in einem Schreiben auf die Notwendigkeit der sicheren Verwahrung und Geheimhaltung der zentral für ganz Bayern gestellten Jahrgangsstufentests hingewiesen, so eine Sprecherin des Ministeriums. „Umso bedauerlicher ist dieser erneute Vorfall, den wir intensiv prüfen werden.“
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