Der Alarm riss die Helfer um drei Uhr in der Nacht aus dem Schlaf. Regina Poberschnigg las die kurze Mitteilung der Leitstelle über die Art des Unfalls noch im Bett auf ihrem Handy: Absturz an der Zugspitze.
»Da ist man schlagartig wach, weil man schon ahnt, dass jetzt ein besonders fordernder Einsatz wartet«, sagt die langjährige Leiterin der Bergrettung in Ehrwald dem SPIEGEL.
Der Ort liegt am Fuß der Zugspitze in Tirol. Vergangene Woche kam es dort zu einem tragischen Unglück. Zwei junge Bergsteiger wollten ein Abenteuer erleben, Deutschlands höchsten Berg von Österreich aus erklimmen und oben am Gipfel den Sonnenaufgang erleben.
Sie stiegen bei Dunkelheit im Schein ihrer Stirnlampen über die Stopselzieher-Route Richtung Gipfel. Die Tour beginnt im Tal als Wanderung, führt jedoch schnell durch hochalpines und zu dieser Jahreszeit immer noch tief verschneites Gelände.
Absturz in die Tiefe
Die Freunde hatten keinen Eispickel dabei, keine Steigeisen. Sie kletterten auf Grödeln, kleine Schneeketten, die man unter der Sohle aufziehen kann, die vereiste Aufstiegsspur empor.
Doch der Versuch ging schief.
Auf rund 2600 Meter Höhe mussten die Bergsteiger die steile Wand queren. Einer der Männer rutschte aus und stürzte in die Tiefe. Sein Begleiter konnte nichts für ihn tun. Er setzte einen Notruf ab.
