Das Gesetz des Reicheren ist ausgesetzt: In Minute 100 war es so weit. Stehend K.o. hatte der VfL Wolfsburg sich schon eine ganze Weile präsentiert. Nur hatte von den mehr als 30 Schüssen des SC Paderborn erst einer den Weg ins Tor gefunden, die Partie blieb ausgeglichen. Bis Sven Michel in seinem 239. Spiel für den SC Paderborn Platz auf dem linken Flügel vorfand.
Der 35-Jährige war den Ostwestfalen in seinen Glanzzeiten gen Bundesliga entwachsen, kehrte im Karriereherbst zurück und spielt nun unter Trainer Ralf Kettemann nur eine Jokerrolle. Die in diesem Moment aber perfekt. Michel sah, dass Laurin Curda am langen Pfosten keinen Gegenspieler hatte. Paderborns Lokomotive auf dem rechten Flügel rauschte heran, hielt den Fuß fast schon sanft in Michels Hereingabe – und drehte zum Jubel ab.
Laurin Curda traf zum Sieg für Paderborn
Foto: Ina Fassbender / AFPWolfsburg hatte sich im Sommer ein Transferminus von mehr als 30 Millionen Euro erlaubt, Paderborn den Spätstarter Curda 2023 beim Regionalligisten TSG Balingen entdeckt. Doch an diesem Abend war es nicht das Geld, das die Tore schoss.
Das Ergebnis: 2:1 (1:1, 1:1) setzt der SC Paderborn sich nach mehr als 100 Minuten in Überzahl gegen den VfL Wolfsburg durch, das Hinspiel war 0:0 geendet. Erstmals seit Union Berlin 2019 steigt damit der Zweitligist nach den Relegationsspielen in die Bundesliga auf – und erstmals überhaupt steigt der VfL Wolfsburg ab. Seit dem Aufstieg 1997 hatten die Niedersachen durchgängig zum Fußball-Oberhaus gehört.
