Um gleich mit etwas Positivem zu beginnen: Das war kein schlechter Tag für den DFB und den Bundestrainer. Die Instagram-Videos mit den nominierten Nationalspielern, die der Verband seit dem Morgen peu à peu ins Netz gestellt hatte, schürten tatsächlich so etwas wie Vorfreude auf die Kaderbekanntgabe am Mittag.
Julian Nagelsmann traf diesmal, anders noch als am Samstag bei seinem Auftritt im ZDF-»Sportstudio«, den richtigen Ton, fand plausible Begründungen für seine Personalauswahl und hatte aufmunternde Worte für den degradierten Torwart Oliver Baumann, die nicht aufgesetzt wirkten.
Nagelsmann war diesmal in seinem gesamten Auftreten zurückgenommen, ließ sogar mal Selbstkritik durchscheinen, fand in der Kommunikation einen angemessenen Mittelweg: ambitionierte Ziele für das Turnier zu formulieren und gleichzeitig dabei nicht in Selbstüberhebung zu verfallen.
Dieses Team ist kein Favorit
Er sagte: »Wir wollen Weltmeister werden«, und ordnete das gleichzeitig ein – dass es das Ziel aller an einer WM teilnehmenden Nationen sein sollte. Das gilt für Deutschland zweifellos mehr als für Kap Verde und Jordanien, aber es schimmerte doch eine realistische Einschätzung der sportlichen Situation hindurch.

