Fast 16 Monate nach seinem zweiten Amtsantritt ist Donald Trump ein angeschlagener Präsident. Seine brachiale Abschiebepolitik stößt so manche gemäßigte Wähler ab. Sein Krieg gegen Iran ist in der Bevölkerung unbeliebt und hat prominente Gefolgsleute von einst vergrätzt. Sein Zustimmungswert steckt unter der 40-Prozent-Marke fest.
All das sind schlechte Nachrichten für den Präsidenten, gerade in einem Jahr, in dem die Amerikanerinnen und Amerikaner an die Urne gehen. Im November sind Halbzeitwahlen in den USA, die Midterms. Es geht um das Abgeordnetenhaus sowie 35 Sitze im Senat. Vielen Beobachtern galt es zuletzt als ausgemacht, dass die Demokraten sich die Mehrheit im Haus zurückholen würden. So tief schien der Morast, in den Trumps Politik die Republikaner gezerrt hatte.
Doch eine Reihe jüngerer Entwicklungen lässt die Partei des Präsidenten neu hoffen. Die Volten haben nichts mit Sachpolitik oder inspirierenden Wahlkampfbotschaften zu tun. Sie sind Ergebnis eines schmutzigen Kampfes um den Zuschnitt des politischen Spielfelds.
In dessen Mittelpunkt steht das sogenannte Gerrymandering. Der Begriff bezeichnet eine mehr als 200 Jahre alte Praxis. Politiker und Parteien schneiden sich dabei die Wahlkreise – und damit die Wählerschaft – so zurecht, dass ihre Chancen auf den Sieg steigen. (Wie Gerrymandering genau funktioniert, lesen Sie in diesem Artikel vom vergangenen November.)
