SPIEGEL: Herr Prömel, mal ehrlich, was soll das?
Prömel: Was meinen Sie?
SPIEGEL: Na, dieses Auto. Warum fahren Sie als Fußballprofi, der seit vielen Jahren in der Bundesliga spielt und gut verdient, immer noch einen rund 20 Jahre alten Ford Fiesta?
Prömel: Ja, das Auto… Darauf werde ich immer wieder angesprochen. Eigentlich nervt mich das sogar.
SPIEGEL: Wieso denn?
Prömel: Weil ich nicht möchte, dass die Leute denken: Der Prömel will sich damit doch bloß profilieren oder irgendwen belehren, bitte nachhaltiger zu denken. Das will ich nicht.
SPIEGEL: Aber ungewöhnlich ist das Ganze doch.
Prömel: Für mich eigentlich nicht, für andere offenbar schon. Als ich noch in Berlin gespielt habe, wurde ich öfter mal von der Polizei angehalten. Die kannten den alten Ford schon und waren Union-Fans.
SPIEGEL: Also, warum fahren Sie keinen teureren Wagen wie die meisten Ihrer Kollegen?
Prömel: Ich bin in Esslingen bei Stuttgart mit zwei Brüdern aufgewachsen. Als mein großer Bruder 18 wurde, schenkten ihm meine Großeltern ein Auto. Ich bekam später eben diesen Ford. Und den fahre ich immer noch.
SPIEGEL: Werden Sie dafür in der Kabine belächelt?
Prömel: Da habe ich natürlich auch schon Sprüche bekommen, klar. Aber mittlerweile kenne ich auch alle. In Berlin hat unser damaliger Torwart Rafał Gikiewic mal gesagt: »Grischa, wenn wir aufsteigen, was schier unmöglich ist, flex ich dir dein Dach weg, mache bei der Aufstiegsfeier ein paar Donuts und das Auto geht dann in die Hände des Vereins über.« Der Aufstieg kam, aber ich habe mein Auto geschützt.

