Das von einem Hantavirus-Ausbruch betroffene Kreuzfahrtschiff »Hondius« ist am Montag in den Niederlanden eingetroffen. Das Schiff legte am Hafen von Rotterdam an, damit die letzten verbliebenen 27 Menschen von Bord gehen können – um sich teilweise direkt in Quarantäne zu begeben. Es ist das Ende einer Reise, die vollkommen anders lief als erwartet.
Denn Anfang Mai waren auf der »Hondius« Reisende plötzlich zu Notfällen geworden: Nach jetziger Kenntnis infizierten sich elf Passagiere mit einer Variante des Hantavirus, dem Andesvirus. Drei Menschen starben.
Die Viren sind auch deshalb gefürchtet, weil spezifische Behandlungen fehlen. Zudem sind zwar in China und Südkorea Impfstoffe gegen die dort vorkommenden Virustypen verfügbar, andernorts aber nicht. Damit sich das ändert, arbeiten Forscherinnen und Forscher seit Jahren daran, bessere Vakzinen und Therapien zu entwickeln. Der aktuelle Ausbruch könnte ihnen dabei helfen.
Europäische Forscher bitten um Fördermittel
Hantaviren sind, außer in der Antarktis, weltweit verbreitet; inzwischen sind mehr als 35 Arten beschrieben. Sie verursachen hauptsächlich zwei Krankheitsbilder: erstens das Hämorrhagische Fieber mit renalem Syndrom (HFRS), das vorwiegend durch in Asien und Europa vorkommende Virenarten ausgelöst wird, und zweitens das hantavirusbedingte kardiopulmonale Syndrom (HPS), das auf Nord- und Südamerika beschränkt ist. In Asien und Europa werden jährlich mehr als 20.000 HFRS-Fälle registriert.
