Noch im Wahlkampf 2024 hatten Donald-Trump-Fans überall in den Vereinigten Staaten an Zapfsäulen Sticker mit dem Gesicht von Joe Biden aufgeklebt, der auf den Benzinpreis zeigt und sagt: »I did that!«. Die hohen Preise waren damals wohl einer der wichtigsten Gründe für Trumps Wahlsieg. Jetzt, weniger als sechs Monate vor den Zwischenwahlen im November, tauchen immer mehr ähnliche Aufkleber an Amerikas Zapfsäulen auf. Nur dass sie diesmal hinter der Aufschrift »I did that!« Donald Trumps Foto abbilden.
Seit dem Beginn des Irankriegs ist der Benzinpreis in den USA um mehr als 50 Prozent gestiegen. Doch der Sprit ist nicht das einzige Produkt, das teurer geworden ist. Die Inflation ist in den USA im April überraschend stark auf 3,8 Prozent geklettert, und das Verbrauchervertrauen fiel im Mai auf den niedrigsten Stand seit Beginn der Erhebung durch die Universität von Michigan in den Vierzigerjahren. Lange hatten sich die US-Verbraucher trotz der hohen Inflation erstaunlich kauffreudig gezeigt. Doch jetzt halten sich vor allem die einkommensschwachen Menschen bei ihren Einkäufen zurück.
Wie es den Durchschnittsamerikanern wirklich geht, darüber gibt auch der größte Einzelhändler der USA Aufschluss: Walmart. Kaum jemand kennt den amerikanischen Konsumenten so gut wie die für billige Preise und große Familienpackungen bekannte Kette mit ihren Riesenmärkten, die von Eiern und Gemüse über Kleidung bis zu Gartenmöbeln und Handfeuerwaffen alles verkaufen.
