Manuel Neuer kann an guten Tagen, also, wenn er gesund und fit ist, immer noch der beste deutsche Torwart sein.
Er hat die Erfahrung von vier WM-Turnieren und die entsprechende Aura.
Er spielt bei der alles dominierenden Mannschaft in Deutschland, einem Team zudem, das folgerichtig das Gerüst dieser Nationalelf stellt.
Diese DFB-Mannschaft ist eine FC-Bayern-Mannschaft, dazu gehört dann eben auch der Torwart.
Torwart Neuer, Bundestrainer Nagelsmann 2024: Kommunikatives Desaster
Foto:Christian Charisius / dpa
Die Nummer eins der Vormonate, Oliver Baumann, ist damals aufgerückt, weil der Stammtorhüter Marc-André ter Stegen verletzt ausfiel. Jetzt tritt er, so sieht es nach Stand der Dinge aus, eben ins zweite Glied zurück. Menschlich ist das bitter für Baumann, aber so etwas passiert nun einmal im Spitzenfußball.
Es gibt also gute Gründe, Manuel Neuer zurückzuholen. Man kann sogar sagen: Es ist richtig so.
Und dennoch ist das, was seit Tagen um die Torwartfrage in der Nationalmannschaft und die Nominierung geschieht, ein kommunikatives Desaster für den Bundestrainer.
Baumanns Stellung ist massiv beschädigt
Julian Nagelsmann hat sich selbst in eine Situation manövriert, in der die Wahrscheinlichkeit hoch ist, dass er am Ende als Verlierer dasteht. Letztlich kann ihn nur ein bei der WM überragend haltender Neuer davor bewahren.
Wenn Nagelsmann nun doch noch an Baumann festhielte, würde jeder kleine Lapsus des Hoffenheimers beim Turnier zu der Frage führen, warum der Bundestrainer denn nicht Neuer mitgenommen habe. Baumanns Stellung ist jetzt schon massiv beschädigt, ohne dass der Keeper dafür etwas kann.

