SpOn 13.05.2026
18:51 Uhr

(+) Sambia: Wie China eine Menschenrechtskonferenz in Afrika verhinderte


In Sambia sollte die weltgrößte Konferenz für digitale Menschenrechte stattfinden. China hatte etwas dagegen, Tage vor dem Termin wurde sie abgesagt. Ein Lehrstück über Pekings Einfluss in Afrika.

(+) Sambia: Wie China eine Menschenrechtskonferenz in Afrika verhinderte

Billion Lee hatte ihren Koffer schon gepackt. Die Flüge waren bezahlt, das Hotel gebucht. Alles war vorbereitet für die Reise der Taiwanerin nach Sambia. In Lusaka, der Hauptstadt des südafrikanischen Landes, sollte die Aktivistin auf einer Menschenrechtskonferenz über chinesische Desinformation sprechen. Mehr als 3700 Teilnehmer aus über 150 Ländern waren angemeldet für die viertägige Veranstaltung Anfang Mai.

»Ich sollte an einer Diskussion über Chinas Einfluss in Afrika teilnehmen«, erzählt Lee. Dann wurde die RightsCon selbst zum besten Beispiel.

Die Konferenz ist eine Institution. Auf dem weltgrößten Forum für digitale Menschenrechte vernetzen sich jedes Jahr  Tausende Demokratieaktivisten und Techexperten aus Regionen, die sonst kaum miteinander in Kontakt kommen. Tunesien und Brasilien waren schon Gastgeber, Kanada, Costa Rica und Taiwan. Auf der RightsCon wird diskutiert, wie Überwachungsstaaten agieren, wie Autoritarismus exportiert wird und wie Andersdenkende mundtot gemacht werden sollen. »Es ist eine riesige Sammlung von Menschen mit allen möglichen Hintergründen, die sich für Meinungsfreiheit einsetzen«, sagt Lee.

Doch die RightsCon 2026 in Sambia kam nie zustande. Wenige Tage vor dem Termin wurde sie abgesagt. Laut den Veranstaltern: auf Druck Chinas. Um zu verhindern, dass Leute wie Lee anreisen.

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