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Es steht einfach da, in der Ecke. Ein kleiner roter Rucksack, an die Wand gelehnt, auf den ersten Blick bloß ein weiteres vergessenes Ding inmitten des üblichen Durcheinanders in diesem Studenten-WG-Zimmer im University District von Seattle. Für Cerberus – die belesene Bibliothekswissenschaftsstudentin, die hier mit ihrer Partnerin Fin lebt – hat Ordnung in ihrer Wohnung offenkundig keine Priorität.
In ihrem kleinen roten Rucksack jedoch schon:
Taschenlampe.
Taschenmesser.
Rettungsdecke.
Erste-Hilfe-Set.
Medikamente.
Und, verstaut in der Vordertasche: Cerberus’ Reisepass.
Der Rucksack ist eine Notfalltasche. Sorgfältig gepackt, jederzeit griffbereit – für den Fall, dass Cerberus, 22 – die ihren Nachnamen aus Sicherheitsgründen nicht veröffentlicht sehen will – schnell weg muss. Raus aus den Vereinigten Staaten. Raus aus diesem Land, das ihr unmissverständlich klargemacht hat, dass Menschen wie sie hier unerwünscht sind. Dass sie in den Augen der Bundesregierung schlicht nicht existieren.
