Xi Jinping hat schon wieder Besuch. Vier Tage nachdem US-Präsident Donald Trump aus Peking abgereist ist, empfängt Chinas Machthaber an diesem Dienstag Wladimir Putin. Das Regime genießt den Moment: Anführer aus allen Himmelsrichtungen kämen in die Volksrepublik, um die Zukunft der Menschheit zu besprechen, so intonieren die Staatsmedien. Peking als Nabel der Welt.
Da ist was dran. Der einstige Leuchtturm USA begeht unter Trump eine Art Weltmachtsuizid. Der amerikanische Präsident will nicht führen, sondern beherrschen – und gibt sich keine Mühe, das vor seinen Verbündeten zu verbergen. Washington setzt Europa unter Zwang, verrät Freunde, fühlt sich groß und macht sich klein.
Xi dagegen gibt sich besonnen. Warten, lächeln, diplomatisch reden – das reicht, um besser auszusehen.
Es sind nicht nur Diktatoren und jene, die es gern wären, die Xi zuletzt empfangen konnte. Bundeskanzler Friedrich Merz sagte , er wolle mit Peking eine »umfassende Partnerschaft stärken«. Der Brite Keir Starmer kündigte »eine langfristige, konstante und umfassende strategische Partnerschaft« an. Spaniens Regierungschef Pedro Sánchez betonte zuletzt: »China und Europa haben in der Vergangenheit gemeinsam prosperiert, und es gibt keinen Grund, warum sie das nicht wieder tun sollten.«

