SpOn 19.03.2026
16:31 Uhr

Abel-Preis 2025: Gerd Faltings erhält als erster Deutscher die Auszeichnung


Gerd Faltings erhält als erster Deutscher den Abelpreis, die höchste Auszeichnung der Mathematik. Gewürdigt werden seine bahnbrechenden Arbeiten in der arithmetischen Geometrie.

Abel-Preis 2025: Gerd Faltings erhält als erster Deutscher die Auszeichnung

Als erster Deutscher erhält Gerd Faltings vom Max-Planck-Institut für Mathematik in Bonn in diesem Jahr den renommierten Abel-Preis für Mathematik. Der Preis werde Faltings »für die Einführung mächtiger Werkzeuge in der arithmetischen Geometrie« verliehen, teilte die Norwegische Akademie der Wissenschaften am Donnerstag in Oslo mit.

Der Abel-Preis ist nach dem norwegischen Mathematiker Niels Henrik Abel (1802-1829) benannt und wurde von der norwegischen Regierung gestiftet – als eine Art Ausgleich für einen fehlenden Nobelpreis für Mathematik. Er zählt zu den hochrangigsten Mathematikpreisen.

Die Norwegische Akademie würdigte Faltings als »eine herausragende Persönlichkeit« in der arithmetischen Geometrie: »Seine Ideen und Ergebnisse haben dieses Gebiet geprägt.« Faltings habe »nicht nur wichtige, seit langem bestehende Vermutungen bewiesen, sondern auch neue Methoden etabliert, die nachfolgende Arbeiten über Jahrzehnte beeinflusst haben«, würdigte die Akademie seine »außergewöhnlichen Leistungen«.

Beweis für die Modellsche Vermutung

Die Grundlagen von Faltings Ruhm liegen im Jahr 1983. Damals ging er mit 28 Jahren in Bonn mit einer Erkenntnis an die Öffentlichkeit, die international für Aufsehen sorgte: Faltings lieferte den Beweis für die Mordellsche Vermutung aus dem Jahr 1922 – eine der großen, bis dahin unbewiesenen Thesen der algebraischen Geometrie.

Sechs Jahrzehnte lang hatten sich Mathematiker erfolglos am Beweis der Vermutung des US-britischen Mathematikers Louis Joel Mordell versucht. Faltings konnte das Problem lösen. Er legte dazu eine 17 Seiten umfassende Abhandlung vor und wurde mit einem Schlag berühmt. Auch jenseits der Mathematik interessierten sich die Menschen plötzlich für den damals als Professor an der Universität Wuppertal lehrenden Faltings.

Mehr zum Thema

Nach dem Beweis der Mordell-Vermutung habe Faltings zahlreiche weitere mathematische Probleme »wie Perlen auf einer Schnur« gelöst, würdigten die Verantwortlichen des Abel-Preises den deutschen Mathematiker. Mit Faltings’ Produktsatz habe er als weiteres hartnäckiges Rätsel die Mordell-Lang-Vermutung gelöst, was mit zu seinen »großen Leistungen« zu zählen sei. Seit 2023 ist Faltings emeritierter Direktor am Max-Planck-Institut und emeritierter Professor an der Universität Bonn und forscht weiterhin.

Im vergangenen Jahr hatte der japanische Mathematiker Masaki Kashiwara die Auszeichnung erhalten. Der Preis ist mit 7,5 Millionen norwegischen Kronen (etwa 670.000 Euro) dotiert.

sug/afp