SpOn 25.04.2026
16:06 Uhr

AfD schließt »Hitler-Redner« Alexander Eichwald aus Partei aus


Seine Rede erinnerte an Adolf Hitler. Nun zieht die AfD Konsequenzen und wirft Alexander Eichwald raus. Dieser teilt per Video gegen die Partei aus.

AfD schließt »Hitler-Redner« Alexander Eichwald aus Partei aus

Das Landesschiedsgericht der AfD Nordrhein-Westfalen hat das umstrittene Mitglied Alexander Eichwald aus der Partei ausgeschlossen. Dies sagte ein Parteisprecher. Eichwald hatte Ende November mit einer Rede im Stil von Adolf Hitler für Aufsehen gesorgt, mit der er sich bei der Gründungsveranstaltung der neuen AfD-Jugendorganisation »Generation Deutschland« (GD) in Gießen für einen Vorstandsposten beworben hatte.

Mit der Entscheidung bleibt auch der bereits vom Landesvorstand beschlossene Entzug der Mitgliedsrechte bestehen. Eichwald stehe der Rechtsweg zum AfD-Bundesschiedsgericht offen, so der Sprecher weiter. Dem SPIEGEL sagte Eichwald, er wolle den Ausschluss nicht hinnehmen. »Ich werde gegen diesen vermeintlichen Schauprozess Berufung einlegen. Wir sehen uns in Berlin!« Sprich: Er will seinen Fall vor das AfD-Bundesschiedsgericht bringen.

Dem Verhandlungstermin blieb er bewusst fern. Er habe in seiner Stellungnahme bereits alles kundgetan, »die dort enthaltenen Argumente bedürfen keine mündliche Wiederholung meinerseits in Person«. Anwesend zu sein, nur damit ein »Exempel« an ihm statuiert werde, wolle er nicht.

Beantragt hatte den Parteiausschluss der zuständige AfD-Kreisverband Herford in Ostwestfalen. Als Begründung hatte der Kreisverband schweres parteischädigendes Verhalten genannt. Der AfD-Bundesvorsitzende Tino Chrupalla hatte sich bereits nach der Rede überzeugt gezeigt, dass Eichwald kein Mitglied der Partei bleiben werde.

Eichwald veröffentlicht »Abrechnung«

Vor einigen Tagen meldete sich Eichwald zu Wort. Die Menschen hätten verdient, die Wahrheit zu hören, sagt er in einem auf YouTube hochgeladenen halbstündigen Video. Es soll eine »Abrechnung« mit der AfD sein. Darin trägt er, wie schon bei seiner Rede im November, erneut seinen blauen Smoking.

Mehr zum Thema

Im Video  schildert Eichwald erstmals umfangreich seine Sicht auf die Rede damals und den Umgang mit ihm seither. Erneut rollt er das R, kokettiert damit. »Ich würde immer wieder diese Rede halten«, sagt Eichwald. Zugleich beteuert er, authentisch zu sein und in der AfD weiterhin Mitglied bleiben zu wollen. Eine Satireaktion bestreitet er. Er sei von niemandem eingeschleust und habe »null Cent verdient« dafür, dass er jene Rede hielt.

hej/mrc/dpa