Das US-Unternehmen Anthropic ist nach einer neuen Finanzierungsrunde nun wertvoller als sein Konkurrent OpenAI. Anthropic sammelte bei Investoren 65 Milliarden US-Dollar (rund 56 Milliarden Euro) ein. Vor dem erwarteten Börsengang in diesem Jahr wird der Techkonzern mit 965 Milliarden Dollar bewertet.
Die neuen Investitionen ermöglichten es Anthropic, bei Künstlicher Intelligenz (KI), »an der Spitze der Forschung zu bleiben« und seinen Chatbot Claude »an mehr Orte zu bringen, an denen gearbeitet wird«, erklärte Finanzvorstand Krishna Rao. Anders als der ChatGPT-Entwickler OpenAI hatte Anthropic von Anfang an auf KI für Unternehmenskunden statt auf Privatnutzer gesetzt.
OpenAI wurde zuletzt mit 852 Milliarden Dollar bewertet. Die beiden Konkurrenten könnten in diesem Jahr an die Börse gehen. Bereits ab dem 12. Juni wird zudem der Börsengang des Raumfahrtkonzerns SpaceX von Techmilliardär Elon Musk erwartet. SpaceX könnte den Rekordwert von 1,75 Billionen Dollar erzielen, das wäre der größte Börsengang der Geschichte.
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Anthropic steht derzeit in einem Rechtsstreit mit dem US-Verteidigungsministerium. Dabei geht es um die uneingeschränkte militärische Nutzung der KI-Technologie, die Anthropic dem Pentagon verweigert hat. Der Konzern erklärte, er wolle KI nicht zur »Massenüberwachung im Inland« oder in vollautonomen Waffensystemen einsetzen lassen. Das Pentagon stufte Anthropic daraufhin als »Sicherheitsrisiko in der Lieferkette« ein, wogegen das Unternehmen sich juristisch wehrt.
Deutsche Verfassungsschützer und Sicherheitspolitiker warnen derweil vor Risiken durch das KI-Modell Mythos des US-Unternehmens. Das Unternehmen hat dieses darauf trainiert, Sicherheitslücken nicht nur zu finden, sondern direkt ein Programm zu schreiben, das diese ausnutzen kann. Kritiker fürchten, Kriminelle oder staatliche Akteure könnten Mythos für Cyberangriffe nutzen. Anthropic hat Mythos bislang nicht veröffentlicht. Die US-Behörden sowie eine Handvoll von Konzernen haben testweise Zugriff.
