SpOn 21.05.2026
15:08 Uhr

Arne Semsrott wirft der Stadt Magdeburg vor, vor der AfD eingeknickt zu sein


Eigentlich sollte Arne Semsrott in der Stadtbibliothek von Magdeburg eine Lesung halten. Dann sagte die Stadtverwaltung die Veranstaltung ab. Der Aktivist meint, die Stadt habe vor der AfD gekuscht.

Arne Semsrott wirft der Stadt Magdeburg vor, vor der AfD eingeknickt zu sein

Im Streit über die abgesagte Lesung des Autors und Aktivisten Arne Semsrott in der Stadtbibliothek Magdeburg hat dieser der Stadtverwaltung vorgeworfen, aus Angst vor Kritik der AfD zu handeln. »Das ist eine Ausladung«, sagte Semsrott im Deutschlandfunk Kultur.

Die ursprünglich für den 5. Juni in der Stadtbibliothek geplante Lesung aus Semsrotts neuem Buch »Gegenmacht – Die Zivilgesellschaft schlägt zurück« wird nun im Moritzhof veranstaltet. Damit habe die Stadt aus Semsrotts Sicht aber überhaupt nichts zu tun. Dort treten nach Angaben des Kulturzentrums die Heinrich-Böll-Stiftung Sachsen-Anhalt und der Verein Miteinander als Veranstalter auf. Die Heinrich-Böll-Stiftung ist die parteinahe Stiftung von Bündnis 90/Die Grünen.

Die Bürgermeisterin will Stellung beziehen

Semsrott sagte, er gehe »sehr stark davon aus«, dass die Entscheidung mit einer kritischen Anfrage der AfD im Magdeburger Stadtrat zu einer früheren Lesung zusammenhänge. Er glaube, »dass die Stadt jetzt dachte, ach, den Stress, den wollen wir nicht haben in Zukunft, dann lassen wir den Semsrott lieber nicht bei uns lesen«.

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Belegen könne er dies bislang nicht. Semsrott kündigte an, die Hintergründe mit einem Auskunftsantrag bei der Stadt aufklären zu wollen. Er wolle wissen: »Was gab es da an internen E-Mails? Wer hat das denn eigentlich entschieden?«

Die Magdeburger Oberbürgermeisterin Simone Borris will sich nach Angaben der Stadtverwaltung am Donnerstagnachmittag in öffentlicher Sitzung des Stadtrats zu dem Vorgang äußern.

dpa/mhe