Nach dem Fund einer 1,8 Tonnen schweren Weltkriegsbombe in Pforzheim nordwestlich von Stuttgart haben die Behörden am Morgen rund 30.000 Menschen dazu aufgefordert, ihre Wohnungen und Häuser zu verlassen. Laut einer aktuellen Mitteilung der Polizei möchten vereinzelt Menschen den Evakuierungsbereich jedoch nicht verlassen. Die Beamten appellierten deswegen erneut an die Menschen, sich in Sicherheit zu bringen. Die Entschärfung kann erst starten, wenn alle den Evakuierungsbereich verlassen haben.
Die reine Explosivstoffmasse der Bombe beträgt den Angaben zufolge rund 1,35 Tonnen. Betroffen ist ein Radius von 1,5 Kilometern rund um die Fundstelle. Die Bombe vom Typ HC-4000 wurde der Stadt zufolge bei Bauarbeiten in der Oststadt gefunden.
Von den Maßnahmen ist ein Teil der Innenstadt betroffen, auch der Bahnverkehr in Richtung Karlsruhe und Stuttgart wird stark eingeschränkt. Der ÖPNV fällt teilweise aus. Die Autobahn hingegen ist nicht betroffen und kann befahren werden. Auch das Helios-Krankenhaus sei nicht betroffen, hieß es.
Die Weltkriegsbombe war bei Bauarbeiten entdeckt worden. »Es besteht derzeit keine akute Gefahr für die Bevölkerung«, hatte die Stadt erklärt. Oberbürgermeister Peter Boch (CDU) sagte laut einer Mitteilung: »Unsere Stadt steht vor einer außergewöhnlichen Herausforderung – und sie ist gut darauf vorbereitet.« Die Einsatzkräfte von Feuerwehr, Polizei und Kampfmittelbeseitigungsdienst arbeiteten mit höchster Professionalität.
Sieben Weltkriegsbomben in Bitburg entschärft
In Bitburg an der Eifel sind am Morgen hingegen bereits gleich sieben Weltkriegsbomben entschärft worden. Die Entschärfungen haben insgesamt eine Stunde gedauert, wie ein Sprecher der Stadt mitteilte. Die rund 200 Anwohner, die in einem Radius von 300 Metern um den Fundort ihre Wohnungen verlassen mussten, dürfen demnach zurückkehren.
Bei den Blindgängern handelt es sich nach Behördenangaben um eine 125 Kilogramm schwere sowie sechs jeweils 30 Kilogramm schwere Bomben aus US-amerikanischen Beständen. Bei der Entschärfung der größeren Bombe habe es Schwierigkeiten gegeben, sagte ein Sprecher des Kampfmittelräumdienstes. Der Heckzünder habe sich nicht richtig lösen lassen, daher habe die Arbeit an dem Zünder etwas länger gedauert. Bei den kleineren Bomben seien die Zünder «relativ problemlos» rausgegangen.
