Krise? Welche Krise? Zumindest in der Bayerischen Staatsoper ist die Bühne beliebt wie nie. Das Münchner Traditionshaus freut sich über nahezu ausverkaufte Ränge in der laufenden Saison. »In der Sparte Oper liegt sie derzeit bei 99 Prozent, beim Bayerischen Staatsballett sogar bei 100 Prozent«, sagte Opernintendant Serge Dorny der Nachrichtenagentur dpa.
Damit legt das Haus zur Präsentation der neuen Spielzeit Zahlen vor, die noch besser sind als vor der Coronakrise. »Es geht den Theatern insgesamt ganz gut«, sagt Claudia Schmitz, geschäftsführende Direktorin des Deutschen Bühnenvereins. »Aber die Bayerische Staatsoper ist da schon besonders erfolgreich – und von den großen Opernhäusern klar an der Spitze. Mehr geht nicht. Mehr als 99 Prozent bedeutet ja, dass die mal irgendwann versehentlich zwei Karten nicht verkauft haben.«
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Abos, die sich quasi vererben
Die Oper in der bayerischen Landeshauptstadt nimmt in jeder Hinsicht einen Sonderplatz ein. »München hat immer schon herausragend gute Zahlen und eine starke Auslastung. Die freuen sich auch über super Abozahlen«, sagte Bühnenvereins-Geschäftsführerin Schmitz. »Das liegt daran, dass die Oper in der Stadt eine große Tradition hat und sich die Abos sozusagen vererben. München wird als Kulturhauptstadt offensiv kommuniziert.«
In der kommenden Saison, die das Opernhaus nun vorgestellt hat, geht das vor allem bei einem der Münchner Hausgötter: Richard Wagner. Für die Spielzeit 2026/27 stehen die großen »Ring«-Opern »Siegfried« und »Götterdämmerung« in der Inszenierung des Hamburger Opern-Intendanten Tobias Kratzer unter der musikalischen Leitung von Generalmusikdirektor Vladimir Jurowski auf dem Programm.
