Mit ihrem bisher besten Ergebnis hat die Linke die Berliner Abgeordnetenhauswahl gewonnen. Die Partei um Spitzenkandidatin Elif Eralp erreichte nach Angaben der Landeswahlleitung 25,7 Prozent der Stimmen. Die CDU mit Spitzenkandidat Stefan Evers kam nur auf 18,8 Prozent, nachdem sie die Wahl vor drei Jahren noch deutlich gewonnen und daraufhin eine Koalition mit der SPD gebildet hatte.
Auf dem dritten Platz landete am Sonntag die AfD (16,3 Prozent), danach folgten Grüne (14,3 Prozent) und die SPD (12,1 Prozent) mit ihrem bisher schlechtesten Ergebnis bei einer Abgeordnetenhauswahl.
Das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW, 4,7 Prozent) verpasste den Einzug in das Abgeordnetenhaus ebenso wie die FDP (2,5 Prozent), die schon 2023 an der Fünfprozenthürde gescheitert war.
Möglich ist nun eine Dreierkoalition aus Linken, Grünen und SPD. Die Linke kündigte an, auf einem Parteitag am Freitag über die Aufnahme von Sondierungsgesprächen zu entscheiden.
Berlins Grünen-Co-Landesvorsitzende Nina Stahr wertet das Wahlergebnis als Zeichen für eine rot-grün-rote Regierung. Die aktuelle schwarz-rote Regierung sei abgewählt, »und wir werden jetzt natürlich gemeinsam mit den anderen Parteien schauen, dass wir eine andere progressive Regierung auf den Weg bringen können«, sagte sie.
Eralp kündigte an, die Regierende Bürgermeisterin werden zu wollen. »Ab heute verändern wir gemeinsam unser Berlin und machen daraus einen besseren Ort«, sagte sie am Sonntagabend.
Rund 2,5 Millionen Bürgerinnen und Bürger waren zu der Wahl aufgerufen. Die Wahlbeteiligung lag bei 74,2 Prozent (2023: 63 Prozent).
Wohl wichtigstes Thema im Berliner Wahlkampf waren der Wohnungsmangel und überhöhte Mieten. Die Linke will große Wohnungsunternehmen enteignen und einen Mietendeckel für landeseigene Wohnungen einführen. »Wenn die Linke regiert, wird vergesellschaftet. Das habe ich so gesagt, und dabei bleibe ich auch«, sagte Eralp in der ARD.
SPD-Spitzenkandidat Steffen Krach geht trotz des Erfolgs der Linken nicht von einer Enteignung großer Immobilienkonzerne aus. »Ich bin mir sehr sicher, dass es am Ende nicht klappen wird«, sagte er in der ARD.
Historisch bestes Ergebnis, erstmals stärkste Kraft: Die Linke liegt in Berlin deutlich vor der CDU. Aber was ist der Sieg wert? Die Antwort gibt es hier .
