Schluss mit dem Süßkram: In der Pandemie sorgte Bodo Ramelow, inzwischen 70, als Ministerpräsident von Thüringen für Entrüstung mit seiner Leidenschaft für das Smartphone-Spiel »Candy Crush«, die er auch während Krisensitzungen der Ministerpräsidenten mit der Kanzlerin auslebte. Nun ist Ramelow nicht mehr Ministerpräsident, sondern Bundestagsvizepräsident – und hat offenbar ein neues Hobby: Holz hacken.
»Das baut Aggressionen ab und man kann bei der Arbeit gut über das Leben nachdenken«, sagt der Linke-Politiker der Nachrichtenagentur dpa. Auf seinem Freizeitgrundstück an einer der beiden großen Saale-Talsperren in Ostthüringen habe er die Fichten, die wie auch anderswo in Thüringen ein Opfer von Trockenheit und Borkenkäfern wurden, persönlich zerhackt. »Jetzt habe ich nur noch vitale Bäume.« Digital Detox auf Thüringisch.
Die Arbeit mit dem Holz in der Natur mache ihm so viel Spaß, sagt Ramelow, dass er sich schon mal Holz zum Selbsthacken bestellt habe. »Ich hacke mich quasi durch meine Freizeit«, sagt er. Sogar die sonst so nüchterne dpa berichtet von einem Schmunzeln in seinem Gesicht. Entspannung finde Ramelow in der Natur – beispielsweise, wenn auf seinem Grundstück Käuzchen riefen oder ein Fuchs über das Gelände laufe.
Wenn Zeit ist, sei er entweder zu Fuß und oft mit seiner Ehefrau und Hündin Lilo an der Bleichlochtalsperre unterwegs – oder mit dem E-Bike mit Hundeanhänger. (Hoffentlich ohne Smartphone in der Hand.)
Ramelow hatte zu seinem 70. Geburtstag im Februar angekündigt, dass er sich für die aktive Politik ein Limit gesetzt hat: Für eine weitere Amtszeit im Bundestag werde er definitiv nicht kandidieren.
