Das Klinikum Dortmund testet in seinen Notaufnahmen Bodycams. Nach rund einem Monat sieht die Klinik nach eigenen Angaben bereits einen besseren Schutz der Mitarbeitenden vor Übergriffen und Beleidigungen.
In den ersten Wochen der insgesamt dreimonatigen Testphase habe es mehrere Situationen gegeben, in denen schon die Ankündigung geholfen habe, eine eskalierende Lage zu beruhigen, sagte Thorsten Strohmann, Leiter der Zentralen Notaufnahme. »Wir haben die Erfahrung gemacht, dass allein das Tragen der Bodycams deeskalierend wirkt – und dass wir uns dadurch etwas sicherer fühlen«, sagte Christian Eggers, der die Notaufnahme am Klinikstandort Nord leitet.
Seit Februar können Beschäftigte in den vier Notaufnahmen Bodycams tragen und einschalten, wenn sich Konflikte im Empfangsbereich mit Wartenden oder Patientinnen und Patienten erkennbar zuspitzen. Während medizinischer Behandlungen oder in vertraulichen Gesprächen werden sie nicht eingesetzt, hieß es.
Anstieg von Angriffen auf Klinikpersonal
Die Kamera dürfe nur nach deutlicher Ankündigung aktiviert werden und verfüge über einen zusätzlichen Notrufknopf. Das Projekt sei im Vorfeld rechtlich geprüft und mit dem Betriebsrat abgestimmt worden.
Hintergrund sei ein Anstieg von Gewalttaten und Angriffen auf Klinikpersonal, insbesondere in Notaufnahmen, sagte Michael Kötzing, Arbeitsdirektor der Klinik. In den Notaufnahmen komme es täglich zu Beleidigungen, teils auch zu körperlichen Angriffen.
Die Bodycams seien nur ein Baustein: In den Notaufnahmen ist bereits ein Sicherheitsdienst im Einsatz, der nach Angaben der Klinik künftig rund um die Uhr präsent sein soll. Zudem bietet das Klinikum Deeskalationstrainings und Selbstverteidigungskurse an, setzt Notrufknöpfe ein und plant bauliche Veränderungen an den Zugängen. Nach der Testphase sei auch eine Ausweitung auf weitere Bereiche denkbar.
Hier erklärt der Arbeitsdirektor Michael Kötzing im Interview , wie der Einsatz von Bodycams die Sicherheit im Klinikum Dortmund erhöhen soll.
