Eine zierliche Wildkatze aus den Nebelwäldern Boliviens ist durch eine Genanalyse als neue Art entdeckt worden. Das Tier gehört zu den Tigerkatzen Südamerikas und trägt nun den wissenschaftlichen Namen Leopardus tilcayo.
Laut der Fachzeitschrift »Current Biology« misst die Katze etwa 46 Zentimeter und wiegt rund 1,4 Kilo. Das hellbraune Fell ist demnach mit unregelmäßigen Rosetten bedeckt. Mit der Art »Leopardus tilcayo« wurde zum ersten Mal seit mehr als einem Jahrhundert eine neue lebende Katze entdeckt.
New cat alert! A call from a wildlife sanctuary about a "weird cat" has led to the first new cat species discovered in over 100 years in Bolivia’s Yungas forest ecoregion. Learn more about this feline surprise: https://t.co/crffXvPqH4 pic.twitter.com/USo7rI3Y5q
— National Geographic (@NatGeo) September 17, 2026
Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.
Eine Katze der Gattung war laut einem Bericht des Magazins »National Geographic« schon vor zehn Jahren in einem Wildtierreservat in Bolivien aufgetaucht. Ein Anwohner hatte das Jungtier gefunden und für eine Hauskatze gehalten. Erst nachdem das Tier etwa ein Jahr bei der Familie gelebt hatte und sein Wildkatzencharakter immer deutlicher wurde, kam es in die Auffangstation. Als die Biologin Paola Nogales-Ascarrunz die Katze untersuchte, fielen ihr dann die ungewöhnlichen Merkmale des Tiers auf. Sie hielt es aber zunächst dennoch für eine Tigerkatze der Art Leopardus tigrinus, eine kleine Wildkatze, die in Teilen Mittel- und Südamerikas zu Hause ist.
Erst umfassende genetische Untersuchungen brachten die Erkenntnis: Die Katze im Wildtierreservat gehört zu einer bislang unbekannten Art. Für ihre Studie verglichen die Forscher die Genome von 38 Wildkatzen der Gattung Leopardus. Dabei zeigte sich, dass sich »Leopardus tilcayo« bereits vor rund 1,4 Millionen Jahren von ihren nächsten Verwandten abgespalten hat.
Biologin Paola Nogales-Ascarrunz und die Wildkatze
Foto: Fernando Faciole / National Geographic / REUTERSÜber die Biologie und Lebensweise der Katze ist bislang nur wenig bekannt. Überreste kleiner Nagetiere in Kotproben deuteten darauf hin, dass diese einen Teil ihrer Nahrung ausmachen könnten, sagte Nogales-Ascarrunz. Aufnahmen von Kamerafallen ließen außerdem vermuten, dass die Katze nachts aktiver sein könnte als tagsüber.
Wie groß die Population der neuen Art ist, ist bislang unklar. Gesichert wurden bisher zwei Tiere identifiziert. Die Entdeckung könnte weitreichende Folgen für die Forschung und den Naturschutz haben. Die Autoren der Studie gehen davon aus, dass mehrere kleine Wildkatzenarten bislang falsch eingeordnet wurden. Die letzte vergleichbare Entdeckung bei lebenden Katzen datiert laut »National Geographic« aus dem Jahr 1923.
