Fernab vom rettenden Ufer hat ein Mann vor Borkum mehrere Stunden auf hoher See überlebt – mit seinem Surfbrett, bei Windstärke 6, mitten in der Nacht. Wie die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) mitteilt, galt der 69-Jährige seit Donnerstagnachmittag als vermisst. Seenotretter, die Inselfeuerwehr und weitere Organisationen suchten in einer groß angelegten Aktion nach dem Surfer, zunächst allerdings ohne Erfolg.
Erst am Freitagmorgen, fast 19 Stunden nach der Vermisstenmeldung, wurde den Rettungskräften gemeldet, dass sich der Surfer wohlbehalten bei Angehörigen auf Borkum befinde. »Er hat großes Glück gehabt«, wurde Tilman Hellberg, Vormann des Seenotrettungskreuzers »Hamburg«, in einer Mitteilung zitiert. »Wir freuen uns sehr, dass dieser Einsatz ein glückliches Ende genommen hat.«
Suche mit Booten und Hubschraubern
Nach Angaben der Polizei war der mit einem Neoprenanzug bekleidete Mann in der Nähe des Borkumer Aquariums mit einem Surfbrett ins Meer gegangen, danach aber nicht wieder aufgetaucht. Die Rettungsleitstelle See der DGzRS in Bremen startete daraufhin eine große Suche mit mehreren Schiffen und Hubschraubern, während Kräfte der Inselfeuerwehr den Strand absuchten. Am späten Donnerstagnachmittag wurde die Suche zunächst ohne Ergebnis eingestellt.
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Später am Abend meldete dann laut DGzRS ein Lotsenboot die Sichtung eines roten Segels nordwestlich vor Borkum. Es passte zur Surfausrüstung des Vermissten. Dann begann eine neue Suche, dieses Mal auch mit Unterstützung eines niederländischen Seenotrettungsbootes und eines niederländischen Such- und Rettungshubschraubers.
Windstärke 6, Wassertemperatur 16 Grad
Zu diesem Zeitpunkt waren die Bedingungen auf der Nordsee laut den Seenotrettern herausfordernd: Es herrschte Windstärke 6, die Wassertemperatur betrug etwa 16 Grad, es herrschte nächtliche Dunkelheit. Als die Suche erneut ohne Hinweis auf den Surfer blieb, wurde sie in der Nacht abgebrochen.
Erst am Freitagmorgen kam die Entwarnung: Die Familie des 69-Jährigen teilte nach Angaben der Polizei mit, dass der Mann wieder auf Borkum sei. »Offenbar hatte er sich nach Problemen mit seiner Ausrüstung frühzeitig von seinem Surfsegel getrennt und war mit der Tide emsaufwärts und später in der Nacht wieder zurück Richtung Borkum getrieben«, teilten die Seenotretter mit.
Schlimmer als den Surfer vor Borkum erwischte es Tim Shaddock: Der Australier harrte monatelang auf hoher See auf seinem manövrierunfähigen Katamaran aus. Wer ihn gerettet hat und welche anderen derartigen Fälle es gab, lesen Sie hier: Wie man als Schiffbrüchiger überlebt
