SpOn 30.09.2026
15:02 Uhr

Deutschlandticket: Preis für ÖPNV-Abo steigt auf 66,80 Euro im Monat


Das Deutschlandticket kam einst für 49 Euro im Monat auf den Markt, der Preis kletterte zuletzt immer weiter. Nun steht die nächste Erhöhung an. Kritik gab es schon vor der offiziellen Verkündung.

Deutschlandticket: Preis für ÖPNV-Abo steigt auf 66,80 Euro im Monat

Das Deutschlandticket kostet ab Januar 66,80 Euro pro Monat und damit 3,80 Euro mehr als bisher. Das hat der für die Preisgestaltung zuständige Koordinierungsrat auf einer Sitzung am Mittwoch entschieden. In dem Rat sitzen die Abteilungsleiter der Verkehrsministerien der Länder und des Bundes zusammen mit Vertretern der Kommunalverbände und der Verkehrsbetriebe.

Das Jobticket, eine rabattierte Variante des Deutschlandtickets, kostet demnach künftig 63,46 Euro. Der Preis für das Semesterticket steigt auf 40,08 Euro. So teilte es das bayerische Verkehrsministerium mit. Das Bundesland hat den Vorsitz der Verkehrsministerkonferenz inne.

Das Deutschlandticket ist ein bundesweit gültiges Monatsabo für Busse und Bahnen im öffentlichen Nah- und Regionalverkehr. Es ist monatlich kündbar. Aktuell nutzen es dem Verband Deutscher Verkehrsunternehmen zufolge rund 14,5 Millionen Menschen. Das Deutschlandticket ist der Nachfolger des zeitlich begrenzten 9-Euro-Tickets. Zu seiner Einführung im Mai 2023 kostete es noch 49 Euro. Der Preis stieg 2025 auf 58 Euro und in diesem Jahr auf 63 Euro.

Index für neuen Preis

Der Abopreis wurde erstmals nicht politisch ausgehandelt, sondern mithilfe einer Formel berechnet, die auch in den kommenden Jahren angewendet werden soll. Der Preisindex bildet auf Basis statistischer Daten die Kostenentwicklung etwa von Personal und Energie nach, die die Betreiber von Bussen und Bahnen schultern müssen. Je stärker also die Inflation ausfällt, umso teurer wird auch das Deutschlandticket. Die Ausgleichszahlungen von Bund und Ländern bleiben auf drei Milliarden Euro pro Jahr gedeckelt.

Mit diesem Vorgehen soll verhindert werden, dass jedes Jahr ein politischer Streit über die Finanzierung des Deutschlandtickets ausbricht. Nutzerinnen und Nutzer sollen so sicher sein können, dass das Angebot fortbesteht. Allerdings werden sie auch automatisch belastet, wenn etwa der Diesel für Busse teurer wird oder die Beschäftigten höhere Gehälter bekommen.

»Der heutige Beschluss des Koordinierungsrats schafft frühzeitig Klarheit«, teilt der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen mit. »Fahrgäste, Verkehrsunternehmen und Verbünde können sich ab sofort auf den neuen Preis von 66,80 Euro ab dem 1. Januar 2027 einstellen.« Es sei verständlich, dass die Preiserhöhung in Zeiten steigender Verbraucherpreise für manche Fahrgäste schmerzhaft sei. »Zugleich treffen die allgemeinen Kostensteigerungen auch die Verkehrsunternehmen hart.«

Die Umweltschutzorganisation BUND hatte eine mögliche Preiserhöhung des Deutschlandtickets bereits vor der offiziellen Verkündung als inakzeptabel kritisiert. »Die Ankündigung einer erneuten Preiserhöhung kommt zur Unzeit«, erklärte der Leiter Verkehrspolitik beim BUND, Jens Hilgenberg. »Es ist nicht zu akzeptieren, dass die Bundesregierung 2,5 Milliarden Euro Steuergeld für einen weiteren Tankrabatt freimacht, es aber nicht schafft, das Deutschlandticket zumindest preisstabil zu halten.«

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Das Deutschlandticket sei ein »Meilenstein für die Mobilitätswende in ganz Deutschland«. Hilgenberg beklagte jedoch ständige Diskussionen über das Deutschlandticket und seinen Preis, die Unsicherheiten erzeugten. »Die Menschen brauchen langfristige Planbarkeit, um ihr Mobilitätsverhalten dauerhaft zu ändern«, sagte er.

ptz/dpa