Die Polizei hat in Dölzig im Landkreis Leipzig einen entlaufenen Tiger erschossen. Das Tier war aus einer privaten Anlage entkommen, wie eine Polizeisprecherin sagte. Ein Mann sei leicht verletzt worden.
Die »Leipziger Volkszeitung« (LVZ) hatte zuerst darüber berichtet . Zuvor war es laut LVZ auf dem Areal der Tiger-Dompteurin Carmen Zander in Dölzig zu einem schweren Zwischenfall gekommen.
Wie dem Tier der Ausbruch gelungen sei, sei noch unklar, so die Polizei. Aus dem Gehege sei ein verletzter Mann gerettet und ins Krankenhaus gebracht worden. Offenbar entkam das Tier im Zusammenhang mit der Attacke aus seinem Gehege.
Nach kurzer Fahndung konnten bewaffnete Einsatzkräfte den Tiger in einer Gartenanlage unweit des Geheges aufspüren. Dort wurde das Raubtier zum Schutz der Bevölkerung von der Polizei erschossen.
Nach derzeitigen Erkenntnissen befindet sich kein weiteres Tier außerhalb der Anlage.
Um auszuschließen, dass doch noch ein Raubtier entkommen ist, soll das Gelände zusätzlich mit einer Drohne aus der Luft kontrolliert werden. Parallel sichert die Feuerwehr Dölzig den Bereich.
Umstrittene Tierhalterin
Die Tiger-Dompteurin Carmen Zander hält die Großkatzen in einem Gewerbegebiet Dölzigs, das zur Gemeinde Schkeuditz vor den Toren der Stadt Leipzig gehört. Nach Medienberichten hatte es gegen sie in der Vergangenheit immer wieder Vorwürfe wegen der Tigerhaltung gegeben.
Tiger-Dompteurin Carmen Zander
Foto: Sven Ellger / IMAGOErst diesen Sonntag hatte der MDR einen Beitrag veröffentlicht , in dem die Tierschutzorganisation Peta scharfe Kritik an Zanders Raubtierhaltung in Dölzig übt. Die Tiere würden dort unter beengten Bedingungen in »kargen Käfigen« leben. Zander hält dem entgegen, dass es den Tieren gut gehe, ihr eine Erweiterung der Flächen finanziell nicht möglich sei.
Laut dem Bericht habe Zander 15 Jahre lang als Tiger-Dompteurin gearbeitet. Nach Vorwürfen, sie habe ein Tier geschlagen, verzichte Zander seit drei Jahren auf Tourneen. Der jetzige Aufenthaltsort für die Tiere sei das einstige Winterquartier.
