SpOn 10.10.2026
18:07 Uhr

Donald Trump: Expertin erwartet kaum Preiswirkung nach Diesel-Deal


Der US-Präsident hat mit dem Kremlchef Diesellieferungen vereinbart. Auf die Preise am Weltmarkt wird das Abkommen laut einer Expertin kaum Auswirkungen haben. Sie ahnt, was Trump stattdessen antreibt.

Donald Trump: Expertin erwartet kaum Preiswirkung nach Diesel-Deal

Nach Ansicht der IW-Ökonomin Samina Sultan wird die Dieselvereinbarung von US-Präsident Donald Trump und Kremlchef Wladimir Putin weder an Tankstellen in den USA noch bei solchen in Deutschland zu niedrigeren Preisen führen.

Die von Putin sofort zugesagte Menge von mehr als 300.000 Tonnen Diesel sei zu wenig, um einen großen Unterschied zu machen, sagt Sultan der Deutschen Presse-Agentur. »Der Weltmarktpreis wird sich nicht signifikant ändern«, erklärt die Expertin vom Institut der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln.

Nach Angaben der US-Energiebehörde EIA liegt der Verbrauch von Diesel und anderen Destillatkraftstoffen in den USA derzeit bei durchschnittlich rund 3,77 Millionen Barrel täglich. Das entspricht umgerechnet etwa 500.000 Tonnen. Die Lieferung von 300.000 Tonnen würde den US-Verbrauch damit rechnerisch für nur rund 14 Stunden decken.

Spritpreise setzen Trump unter Druck

US-Präsident Trump hatte nach einem Gespräch mit Kremlchef Wladimir Putin eine Vereinbarung zu Lieferungen von Diesel aus Russland verkündet. Um das zu ermöglichen, wollen die USA Sanktionen gegen russischen Diesel vorübergehend aufheben.

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Angesichts gestiegener Spritpreise in den USA steht Trump vor den wichtigen Zwischenwahlen, den Midterms, die in weniger als einem Monat stattfinden, stark unter Druck. Sultan spricht im Hinblick darauf von einer eher »symbolischen Handlung«.

Bei weiteren Lieferungen sei zudem fraglich, inwiefern Russland überhaupt liefern könne. In den vergangenen Monaten verstärkte die Ukraine ihre Angriffe auf Objekte der Ölindustrie in Russland. Die Folgen sind dort deutlich spürbar.

mak/dpa