Die US-amerikanischen Grenzanlagen an der Südgrenze werden unter Präsident Donald Trump derzeit ausgebaut. Laut »Washington Post« ist dabei erneut eine Stätte mit besonderer Bedeutung für indigene Gemeinschaften in Arizona beschädigt worden. Baucrews hätten nahe der mexikanisch-amerikanischen Grenze eine riesige, fischförmige Bodenzeichnung überfahren, berichtet die Zeitung.
Das sogenannte Intaglio, eine in den Wüstenboden gearbeitete Geoglyphe, sei vermutlich für Zeremonien genutzt worden und mehr als 1000 Jahre alt. Es liege in einem abgelegenen Bereich des Cabeza Prieta National Wildlife Refuge.
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Auch das Magazin »The Intercept« berichtet über die Schäden. Demnach habe ein Auftragnehmer des Heimatschutzministeriums (DHS) ohne Vorankündigung eine Schneise durch das Bodenbild gezogen.
Der Ausbau ist Teil des von der Regierung als »Smart Wall« bezeichneten Projekts. Es sieht nach Angaben der »Washington Post« unter anderem eine zweite Mauer in Teilen von Kalifornien, Arizona und New Mexico vor. Möglich werde das demnach durch Trumps umstrittenes Haushalts- und Steuergesetz »One Big Beautiful Bill«, das 46,5 Milliarden Dollar bereitstellt. Gebaut werde in hohem Tempo – bis zu drei Meilen (rund 4,8 Kilometer) pro Woche.
Kritiker warnen seit Jahren vor Folgen für Natur- und Kulturgüter in der Grenzregion. Laut »The Arizona Republic« reiht sich der Vorfall in eine Serie von Eingriffen in Gebieten ein, die für die Tohono O’odham von besonderer Bedeutung sind. Bereits 2023 stellte das U.S. Government Accountability Office (GAO), eine unabhängige Prüfinstanz des US-Kongresses, vergleichbar mit einem Rechnungshof, in einem Bericht fest, dass der Eilbau von Grenzanlagen in Arizona empfindliche Ökosysteme sowie Kultur- und Ausgrabungsstätten auf indigenem Land beschädigt habe.
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Die Indigenen der Tohono O’odham Nation westlich vom San Rafael Valley haben bereits in Trumps erster Amtszeit die Auswirkungen seines Mauerbaus schmerzlich erfahren, wie der SPIEGEL berichtete . Damals baute die Regierung einen Abschnitt dicht an Quitobaquito, einer jahrtausendealten heiligen Quelle der Indigenen. Sie demonstrierten ab 2019 vor Ort, bildeten Menschenketten und brachten die Arbeiten kurzzeitig zum Stillstand. Doch ihre Proteste wurden niedergeschlagen. Sicherheitskräfte zielten mit Gummigeschossen und Tränengas auf sie. Mehrere Demonstranten wurden festgenommen.
Das Heimatschutzministerium könne beim Grenzbau mit Ausnahmegenehmigungen Umwelt- und Prüfpflichten umgehen, schreibt die »Washington Post«. In Arizona könnte eine zweite Mauer auch nahe der Quitobaquito Springs im Organ Pipe Cactus National Monument verlaufen. Dort gebe es die einzige Oberflächenwasserstelle auf der US-Seite im Umkreis von Hunderten Meilen. Der Ort sei deshalb für Wildtiere und indigene Gemeinschaften besonders wichtig, sagte Lorraine Marquez Eiler, eine Älteste der Hia-ced O’odham.
Der US-Grenzschutz (Customs and Border Protection) äußerte sich laut »Washington Post« bislang nicht zu den Vorwürfen; eine Anfrage der Zeitung blieb unbeantwortet.

