Das, woran viele Kritiker gar nicht mehr glaubten, soll jetzt endlich passieren: Das nach US-Präsident Donald Trump benannte Unternehmen Trump Mobile startet laut eigenen Angaben gerade die Auslieferung seines Smartphones T1. Die ersten vorbestellten Geräte würden in dieser Woche an die Kunden versandt, sagte der Chef von Trump Mobile, Pat O’Brien, am Mittwoch der Nachrichtenagentur Reuters. Beworben hatten das T1 unter anderem Donald Trumps Söhne Donald Trump Jr. und Eric Trump.
Ursprünglich sollte das 499 Dollar teure, goldfarbene Telefon mit US-Flagge bereits vergangenen August erscheinen. Die Veröffentlichung des Geräts wurde jedoch mehrfach verschoben.
Immer wieder kursierte durch kritische Medienberichte und fehlende Erklärungen seitens Trump Mobile sogar die Sorge, womöglich werde das T1 nie ausgeliefert oder produziert. Zuletzt befeuerten auch Äußerungen des Trump-Mobile-Supports sowie bestimmte Geschäftsbedingungen die Sorge, das Geschäft mit angeblich hunderttausendfach kassierten 100-Dollar-Anzahlungen könnte sich als millionenschwere Bauernfängerei erweisen.
Logo von Trump Mobile: Ein Monatstarif des Unternehmens kostet 47,45 Dollar
Foto: Jonathan Raa / Sipa USA / picture allianceEin Gerät mit durchsichtiger Hülle und Kopfhörerbuchse
Pat O’Brien erklärte die Verzögerungen nun mit aufwendigen Entwicklungs- und Testphasen, mit denen die Qualität der Bauteile sichergestellt werden sollte.
In einem Mittwoch auf X geteilten Werbevideo ist von einem »Flaggschiff-Smartphone ohne den Flaggschiff-Preis« die Rede, besonders hervorgehoben wird in dem Clip unter anderem, dass das Gerät »anders als viele moderne Flaggschiff-Geräte« eine klassische Kopfhörerbuchse mitbringt. Mitgeliefert werden soll neben Ladeequipment auch eine durchsichtige Handyhülle.
Grundsätzlich ist das T1 ein Android-Smartphone und verfügt über ein 6,78-Zoll-Display und ein Kamerasystem mit drei Linsen auf der Rückseite. Genaue Details, etwa zum verwendeten Prozessor von Qualcomm, nennt die Website zum Gerät aber bis heute nicht. Internetnutzer mutmaßen, dass es sich bei dem Gerät um einen Reskin, also eine optisch angepasste Variante eines bestehenden Mittelklasse-Handys, handeln könnte.
Bemerkenswert ist, dass das T1 auf früheren Werbebildern merklich anders aussah als heute, wie etwa NBC hervorhebt . So waren etwa die Kameralinsen früher anders angeordnet. Seit der Ankündigung des T1 hat sich auch die Angabe zur Größe des Bildschirms mehrfach geändert.
Letztlich werden wohl erst erste Tests Klarheit schaffen, welche Technik das Gerät wirklich enthält und ob es sein Geld wert ist oder nicht.
Umstritten aus mehreren Gründen
Vergangenes Jahr wurde bereits die Ankündigung des T1 von zwei Kontroversen begleitet. Zum einen gibt es ethische Bedenken wegen der Nutzung des Namens des amtierenden Präsidenten. Kritiker und Politiker der Demokraten sehen darin einen möglichen Interessenkonflikt. Ein Sprecher des Weißen Hauses wies dies zurück und erklärte, das Vermögen des Präsidenten befinde sich in einem von seinen Kindern verwalteten Trust.
Zum anderen hatten Branchenanalysten die ursprüngliche und bald wieder einkassierte Ankündigung angezweifelt, das Telefon werde in den USA entwickelt und gebaut. O’Brien erklärte nun, die ersten Geräte würden »in den USA montiert« – was deutlich anders und viel leichter umsetzbar klingt. Sein Unternehmen strebe jedoch an, künftig ein Telefon mit überwiegend im Inland hergestellten Komponenten anzubieten, so O’Brien.
Trump Mobile ist als sogenannter virtueller Netzbetreiber auf dem US-Markt tätig. Das bedeutet, das Unternehmen besitzt kein eigenes Mobilfunknetz, sondern nutzt die Infrastruktur etablierter Anbieter. Ein von Trump Mobile angebotener Monatstarif kostet 47,45 Dollar – eine Anspielung darauf, dass Donald Trump der 45. und 47. Präsident der USA ist.
