SpOn 19.05.2026
21:11 Uhr

Donald Trump versucht, kritischen Abgeordneten aus dem Amt zu drängen


Thomas Massie ist Abgeordneter der Republikaner. Trotzdem hat er es gewagt, Präsident Trump zu widersprechen: beim Irankrieg, Hilfen für Israel und den Epstein-Akten. Nun bekommt er die Folgen zu spüren.

Donald Trump versucht, kritischen Abgeordneten aus dem Amt zu drängen

Wenn Donald Trump eine Sache nicht mag, dann ist es Widerspruch, noch dazu aus den eigenen Reihen. Deswegen haben es Trump-Kritiker bei den Republikanern nicht so leicht. Das hat nun auch Thomas Massie zu spüren bekommen. Für einen Distrikt des Bundesstaates Kentucky sitzt er im US-Repräsentantenhaus und kämpft in der laufenden Kongress-Vorwahl wieder um seinen Platz. Präsident Trump hat aber nun kräftig gegen Massie ausgeteilt und Unterstützung für einen Gegenkandidaten geäußert.

»Thomas Massie ist ein furchtbarer Kongressabgeordneter«, sagte Trump bei einem Auftritt am Weißen Haus. »Ich glaube, er ist in Wirklichkeit ein Demokrat«, sagte er. Zuvor hatte er Massie als »Vollidioten« und »Widerling« beschimpft. Den Showdown in Kentucky werten Beobachter als Teil von Trumps Plan, Kritiker aus der Republikanischen Partei zu entfernen. In Kentucky unterstützt Trump statt Massie nun den Landwirt und früheren Elitesoldaten Ed Gallrein.

Massie hatte Trump verärgert, weil er sich gegen den Irankrieg und die Attacke auf Venezuela gestellt, sowie Hilfen für Israel kritisiert hatte. Außerdem hatte Massie dazu beigetragen, die Akten-Freigabe rund um den Fall des verurteilten Sexualstraftäters Jeffrey Epstein voranzutreiben, mehr dazu lesen Sie hier . Genug Stoff, um Trump wütend zu machen.

Republikanischer Abgeordneter Thomas Massie

Republikanischer Abgeordneter Thomas Massie

Foto:

Jonathan Ernst / REUTERS

Während der Präsident nun über ihn herzog, war Massie beim Sender Fox News darum bemüht, die Wogen zu glätten. Er betonte die Gemeinsamkeiten mit Trump. »Ich trete nicht gegen Präsident Trump an. Die meisten Menschen, die für mich stimmen, unterstützen Präsident Trump so wie ich«, sagte der 55-jährige Elektroingenieur und Unternehmer, der Kentucky seit Ende 2012 im Repräsentantenhaus vertritt.

Trumps Vorhaben, Widersacher aus der eigenen Partei zu drängen, ist bereits weit fortgeschritten. So feierte der Präsident erst am Sonntag die Vorwahl-Niederlage des langjährigen republikanischen Senators von Louisiana, Bill Cassidy.

Andere Republikanerinnen und Republikaner stellen sich nach Auseinandersetzungen mit Trump gar nicht erst zur Wiederwahl im Kongress. Zu den bekanntesten gehört die frühere Abgeordnete Marjorie Taylor Greene, die ihr Mandat im Januar niederlegte. Sie hatte gegen Trumps Willen ebenfalls die Freigabe der Epstein-Akten unterstützt und Militärinterventionen widersprochen, da sie nicht zum »America First«-Programm des Präsidenten passten. Trump nannte sie eine »Verräterin«. Mehr dazu lesen Sie hier. 

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Zeitgleich mit Kentucky stimmen auch die Wähler in Georgia, Pennsylvania und drei weiteren Bundesstaaten über die Kandidaten der Parteien für die Zwischenwahlen zum Kongress ab. Die sogenannten Midterms finden am 3. November statt. Sie gelten als bisher wichtigster Stimmungstest für Trump.

ptz/AFP