SpOn 20.05.2026
10:31 Uhr

Ebola: Infizierter US-Amerikaner in Charité in Berlin aufgenommen


Er kam um drei Uhr früh mit einer Spezialeskorte: Ein mit Ebola infizierter US-Amerikaner ist in die Berliner Charité eingeliefert worden. Es bestehe keine Gefahr für Patienten und Bevölkerung, betonte das Gesundheitsministerium.

Ebola: Infizierter US-Amerikaner in Charité in Berlin aufgenommen

Ein US-Amerikaner, der sich beim aktuellen Ebola-Ausbruch im Kongo mit dem gefährlichen Virus angesteckt hat, ist zur Behandlung in die Berliner Charité gebracht worden. Wie das Bundesgesundheitsministerium mitteilte, sei der Patient in die Sonderisolierstation des Universitätsklinikums aufgenommen worden. »Für die Bundesregierung ist es selbstverständlich, dass wir unseren Partnern helfen«, sagte Ministerin Nina Warken (CDU) der Nachrichtenagentur dpa.

Der Mann hatte sich in der Demokratischen Republik Kongo mit dem Virus angesteckt, das sich dort stark ausbreitet. Die USA hätten sich daraufhin mit einem Hilfeersuchen an Deutschland gewandt – auch weil die Flugzeit hierher kürzer sei, sagte Warken weiter. Der Transport nach Berlin sollte von Uganda aus mit einem Spezialflugzeug für hochinfektiöse Patienten organisiert werden, wie das Gesundheitsministerium erläuterte.

Konvoi auf dem Weg in die Charité

Konvoi auf dem Weg in die Charité

Foto: Axel Schmidt / REUTERS

Weiter zur Charité erfolgte der Transport dann mit einem speziell ausgestatteten Fahrzeug. Eskortiert wurde es von zahlreichen Motorrädern und Autos der Polizei sowie Feuerwehren und Krankenwagen. Kurz vor drei Uhr morgens erreichte das Spezialfahrzeug das Krankenhaus.

Behandlung in abgeriegeltem Bereich

Weder für die Bevölkerung noch für Patientinnen und Patienten der Charité, wo der Mann behandelt werden soll, bestehe Gefahr, wie das Bundesgesundheitsministerium betonte. Der Patient werde vollständig isoliert auf einer Sonderstation aufgenommen und behandelt. Diese sei komplett vom regulären Klinikbetrieb getrennt. Wie eine solche Sonderisolierstation funktioniert, lesen Sie hier: »Besonders sensibel ist das Ausziehen des Anzugs« 

Auch im Umgang mit möglicherweise kontaminierten Materialien gelten dem Ministerium zufolge höchste Sicherheitsstandards. Das Abwasser werde in speziellen Tanks gesammelt, aufbereitet und neutralisiert. Die gebrauchten Schutzanzüge und anderer Müll werden demnach durch ein spezialisiertes Unternehmen entsorgt. Ferner werde die Abluft des Gebäudes durch zwei Filtersysteme gereinigt, bevor sie nach außen geleitet wird.

Blick auf die Charité

Blick auf die Charité

Foto: Soeren Stache / dpa

Die Sonderisolierstation der Charité ist laut Ministerium die größte Einrichtung dieser Art in Deutschland – und zudem die einzige, die Infektiologie und Intensivmedizin miteinander verbindet. Das Personal trainiere zweimal im Monat Abläufe und Notfallszenarien. Die Station ermögliche die Isolation von bis zu 20 Personen gleichzeitig, ohne die Abläufe des restlichen Krankenhauses zu beeinträchtigen, hieß es.

Anfangs wie Grippe

Ebola ist eine ansteckende und lebensbedrohliche Krankheit. Das Virus wird durch Körperkontakt und Kontakt mit Körperflüssigkeiten übertragen. Die Krankheit beginne dann oft ähnlich wie eine Grippe oder auch eine Durchfallerkrankung, erklärt das Helmholtz-Institut. Dann werde der Verlauf allerdings schwerwiegender. Letztlich sei die Todesursache in den meisten Fällen Multiorganversagen.

Dank neuer Behandlungsmethoden und Medikamente ist die Sterblichkeit laut Bundesgesundheitsministerium von ursprünglich rund 60 Prozent auf heute etwa 20 bis 30 Prozent gesunken.

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Laut US-Medien handelt es sich bei dem Infizierten um einen Arzt. Die christliche Missionsorganisation Serge teilte am Montag mit , dass sich einer ihrer medizinischen Missionare während seiner Arbeit in einem Krankenhaus im Kongo infiziert habe. Der US-amerikanische Mediziner habe seit 2023 im Nyankunde Hospital gearbeitet.

Warum der aktuelle Ausbruch in dem zentralafrikanischen Land Expertinnen und Experten beunruhigt, lesen Sie hier .

mkh/dpa