Die Ebolaepidemie in der Demokratischen Republik Kongo breitet sich in eine bislang nicht betroffene Region aus. In der nordwestlichen Provinz Sud-Ubangi wurde nach Behördenangaben ein Ebolafall bestätigt – und damit weit entfernt vom Zentrum des bisherigen Ausbruchs.
Bei dem bestätigten Fall handelt es sich um einen Mann, der am Dienstag in der Stadt Gwaka gestorben war. Er hatte sich zuvor in der östlichen Provinz Süd-Kivu aufgehalten und war über Ruanda und Uganda gereist. Die Behörden rechnen deshalb mit einer großen Zahl möglicher Kontaktpersonen.
Nach jüngsten Regierungsangaben wurden bei dem aktuellen, inzwischen 17. Ebolaausbruch im Kongo 6942 Menschen infiziert, 3349 starben. Damit handelt es sich um den zweitgrößten Ebolaausbruch, der jemals registriert wurde.
WHO fordert mehr Behandlungsplätze
Erst kürzlich warnte die WHO, dass die vorhandenen Kapazitäten für Ebolapatienten bei Weitem nicht ausreichen. Derzeit stünden landesweit 1400 Betten in 59 Behandlungszentren zur Verfügung. Benötigt würden weitere 1600 Plätze. Auch die Zahl der Pflegekräfte müsse deutlich steigen – von derzeit rund 4000 auf 9000.
Außerdem werden inzwischen Ebola-Überlebende für den Einsatz in den Behandlungszentren ausgebildet. Nach Angaben der WHO befinden sich unter den rund 1500 Genesenen einige in entsprechender Ausbildung. Gleichzeitig müsse sichergestellt werden, dass die medizinische Versorgung außerhalb der Ebola-Zentren nicht zusammenbreche.
Ein Ebola-Behandlungszentrum mit 50 Betten kostet nach WHO-Angaben rund 500.000 Dollar. Hinzu kommen hohe laufende Kosten für Schutzkleidung und andere Ausrüstung.
Ebola ist eine lebensbedrohliche Infektionskrankheit. Das Virus wird vor allem durch direkten Kontakt mit Körperflüssigkeiten übertragen und kann unter anderem hohes Fieber, Durchfall und Blutungen verursachen.
Tödlicher Brand in Bukavu
Unterdessen ereignete sich in der ostkongolesischen Stadt Bukavu eine weitere Tragödie. Bei einem Brand in zwei Schulen und einem angrenzenden Wohngebiet kamen laut Behörden mindestens 26 Kinder ums Leben. 29 Menschen wurden verletzt, acht von ihnen schwer.
Die Ursache des Feuers war zunächst unklar. Nach Angaben des Bildungsministeriums gab es in Bukavu zuletzt eine Reihe von Bränden, von denen auch Schulen betroffen waren.
