Das Design des neuen Ferrari »Luce« ist zugegebenermaßen gewöhnungsbedürftig. Kantige Spoiler wie beim F40 sucht man beim ersten vollelektrischen Modell des Luxusautoherstellers vergebens, auch sonst erinnert nur wenig an eines der zahlreichen Modelle von früher.
Bei Anlegern dürfte der rund 550.000 Euro teure »Luce« vor allem deshalb schlecht weggekommen sein. Die Ferrari-Aktie gab nach der Vorstellung des Modells am Montag in Rom an diesem Dienstag um sechs Prozent nach. Der Wagen wirke wie eine Mischung aus Honda Accord und Tesla 3-Fahrzeugen, die es zu deutlich günstigeren Preisen gebe, sagte Pierre-Olivier Essig, Leiter Research beim Analyseanbieter AIR Research.
Mit Ulf Poschardt hat der »Luce« nun aber einen eher ungewöhnlichen Fürsprecher gewonnen. Nein, keine Sorge um Ihr Weltbild, der Springer-Journalist wird nicht selbst zum E-Ferrari-Fahrer. Poschardt geht es um etwas anderes: »Mich hat nachdenklich gemacht, dass wirklich alle einhellig der Meinung sind, dass dieser »Luce« ein Griff ins Klo ist«, sagte er in einem Instagram-Post . »Da würde ich gerne Einspruch formulieren.« Er finde das Modell »mutig von Ferrari und mutig sein ist doch Ferrari-Kunst«.
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Poschardt erkennt zwar die unendliche Enttäuschung über das E-Auto an. »Die Welt der Petrol-Heads steht in Flammen«, sagte er. Auch er, als der »verrufenste Petrol-Head im Journalismus«, liebe seine alten Ferrari. Motto: Um so lauter, desto besser. Diese Zielgruppe, die er darstelle, solle aber gar nicht angesprochen werden, glaubt Poschardt. Das Auto richte sich an eine »andere Spezies« und sei eben etwas vollkommen Neues. Der »Luce« zeichne sich »durch eine digitale Queerness aus, die man vielleicht auch gutfindet, wenn man ein Start-up-Milliardär aus Schweden ist«.
Ferrari-»Luce«
Foto: Ferrari / REUTERSGanz ohne hämische Kommentare kommt der bekennende Petrol-Head Poschardt aber nicht aus. Trotz seiner rund 1000 PS sehe der neue Ferrari aus wie das Auto von den Flintstones. Es erinnere ihn an Playmobil.
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