SpOn 09.10.2026
08:08 Uhr

Formel 1: Rückkehr nach Afrika – Ruanda erhält offenbar Zuschlag für Rennen ab 2030


Ab 2030 soll die Formel 1 auf den afrikanischen Kontinent zurückkehren. Ruanda erhält offenbar den Zuschlag. Was Lewis Hamilton freuen und Menschenrechtler besorgen dürfte.

Formel 1: Rückkehr nach Afrika – Ruanda erhält offenbar Zuschlag für Rennen ab 2030

Die Rückkehr eines Formel-1-Rennens nach Afrika rückt offenbar näher. Übereinstimmenden Medienberichten zufolge soll Ruanda den Zuschlag bekommen. Nach Angaben aus Regierungskreisen in Ruanda wurde die Bewerbung um die Ausrichtung eines Formel-1-Rennens genehmigt und eine Einigung mit der Fia erzielt. Die offizielle Verkündung eines Deals für einen Grand Prix ab 2030 könnte bereits in der kommenden Woche in der ruandischen Hauptstadt Kigali erfolgen.

Formel-1-Geschäftsführer Stefano Domenicali hat mehrfach versichert, dass es sein »ganz klares Ziel« sei, Afrika wieder in den Rennkalender zu integrieren. In Kyalami nördlich von Johannesburg fuhr die Motorsport-Königsklasse 1993 letztmals auf dem Kontinent.

Als mögliche Station war in den vergangenen Jahren auch Südafrika im Gespräch. Südafrikas Sportminister Gayton McKenzie gratulierte Ruanda bereits zu dem angeblichen Deal auf X: »Sie haben länger daran gearbeitet als SA und verdienen es.«

Formel-1-Superstar Lewis Hamilton hatte sich in der Vergangenheit für ein Rennen in Afrika eingesetzt. »Wir sind auf allen anderen Kontinenten vertreten, nur nicht dort, und dafür sollte es keinen Grund geben«, sagte Hamilton. Zu »100 Prozent« sei die Zeit reif für einen Grand Prix in Afrika. »Ruanda ist eines meiner liebsten Länder, in denen ich gewesen bin«, so Hamilton.

Ferrari-Pilot Hamilton

Ferrari-Pilot Hamilton

Foto: Clive Mason / Getty Images

Ein Grand Prix im ostafrikanischen Ruanda würde im Distrikt Bugesera südlich der Hauptstadt Kigali stattfinden. Dort entsteht der neue internationale Flughafen. Qatar Airways, einer der Hauptsponsoren der Formel 1, ist 60-prozentiger Anteilseigner des Flughafens.

Vorwurf des Sportswashing

Ruanda wird seit vielen Jahren Sportswashing als Ablenkung von Menschenrechtsverletzungen im Land vorgeworfen. Neben großen Fußballclubs wie Champions-League-Sieger Paris Saint-Germain und dem FC Arsenal hatte bereits der FC Bayern Werbung für das Land gemacht, seit dem vergangenen Jahr beschränkt sich die Zusammenarbeit beim Rekordmeister auf die Entwicklung einer Jugendakademie vor Ort. 2025 fand die Radsport-WM in Ruanda  statt.

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Weltweit bekannt wurde Ruanda durch eine Tragödie: Während des Völkermords radikaler Angehöriger der Volksgruppe der Hutu an den Tutsi und gemäßigten Hutu wurden 1994 innerhalb von 100 Tagen rund 800.000 Menschen ermordet.

Menschenrechtler bewerten die Lage in dem Land weiter sehr kritisch. Von willkürlichen Inhaftierungen ist die Rede. Regierungsgegner würden verfolgt, auch andere Menschen sehen sich demnach Misshandlungen ausgesetzt.

Die Sicherheitslage, die Menschenrechte: Ruanda als Gastgeber der ersten Radsport-WM in Afrika war heftig umstritten. Wie der Weltverband jede Kritik vom Tisch wischte, lesen Sie hier. 

luc/dpa/sid