Zwei Menschen sind durch Schüsse nahe einem Drogen-Hotspot in Nizza an der Côte d’Azur getötet und sechs weitere teils schwer verletzt worden. Der Fahrer eines Elektrorollers habe vor einem Lebensmittelgeschäft angehalten und mit einer Pistole das Feuer eröffnet, teilte der zuständige Staatsanwalt in Frankreich mit. Am Tatort seien 17 Patronenhülsen sichergestellt worden. Der Schütze sei zunächst weggefahren und dann mit einem in der Nähe geparkten Auto geflüchtet.
Laut Behörden steht die Tat am Montag in direktem Zusammenhang mit dem Drogenhandel. Der Stadtteil »Les Moulins« ist immer wieder Schauplatz von Gewalttaten und gilt als Problemviertel.
Bürgermeister erwartet »angemessene Reaktion«
Eine Untersuchung unter anderem wegen Verdachts der vorsätzlichen Tötung in einer organisierten Bande wurde eingeleitet. Unter den Verletzten hätten drei Personen Vorstrafen im Zusammenhang mit Drogenhandel, hieß es seitens des Staatsanwalts. Die Getöteten dagegen hatten demnach keine derartigen Vorstrafen.
Bürgermeister Éric Ciotti forderte auf der Plattform X eine »angemessene Reaktion« und bemängelte die Personalausstattung der Behörden. Er sprach von einem »Krieg gegen den Drogenhandel«.
In Nizza hatte es zuletzt mehrere Schießereien und Gewalttaten im Drogenmilieu gegeben. In jüngster Zeit war generell die Zahl der Gewalttaten im Drogenmilieu in mehreren Regionen Frankreichs gestiegen. Seit Januar leitet eine von der Regierung in Paris beauftragte spezialisierte Staatsanwaltschaft für Organisierte Kriminalität komplexe Ermittlungen im Zusammenhang mit dem Drogenhandel.
