Unionsfraktionschef Jens Spahn und der hessische Ministerpräsident Boris Rhein (CDU) haben Bundeskanzler Friedrich Merz angesichts der Spekulationen um einen Kanzlerwechsel den Rücken gestärkt. »Wir brauchen nicht weniger Merz, wir brauchen mehr Merz«, sagte Rhein beim Landesparteitag der Hessen-CDU in Rotenburg an der Fulda. Spahn bezeichnete entsprechende Berichte als »Unsinn«.
Spahn verwies in seiner Rede auf Erfolge der schwarz-roten Bundesregierung und sprach von einem Politikwechsel in vielen Feldern. Merz sei ein Kanzler, der anpacke und einen klaren Kompass habe, wenn es darum gehe, Deutschland zu reformieren und wirtschaftlich wieder stark zu machen – »und dabei hat er unsere volle Unterstützung«.
Rhein rief seine Partei dazu auf, dem politischen Gegner bei derartigen Gerüchten nicht in die Falle zu laufen. »Wir sind Mehrheit, wir sind Mitte, wir sind Merz«, betonte er unter Beifall der Parteitagsdelegierten.
Medien hatten zuletzt von Gedankenspielen innerhalb der Union berichtet, ob Merz angesichts der schwierigen Lage der schwarz-roten Koalition durch einen anderen Politiker ersetzt werden könnte. Dabei war der Name des NRW-Regierungschefs und CDU-Landesvorsitzenden Wüst gefallen. Auch aus dem Umfeld des Kanzlers wurden die Gerüchte scharf zurückgewiesen. Die Idee zeuge von einer »gefährlichen Lust an der Zündelei«, hieß es.
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Die Spekulationen haben unter anderem mit der Unbeliebtheit des Kanzlers zu tun. Anfang des Monats war die Unzufriedenheit mit Bundeskanzler Friedrich Merz laut ARD-»Deutschlandtrend« größer denn je. Mit der Arbeit des Kanzlers sind demnach 16 Prozent zufrieden, das sind fünf Prozentpunkte weniger als im April. Unzufrieden sind demnach 83 Prozent (plus 7). Das sei der schlechteste Wert, der im »Deutschlandtrend« je für einen amtierenden Bundeskanzler gemessen worden sei. Auch innerhalb seiner Partei ist die Kritik an Merz zunehmend präsent.
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