Bundeskanzler Friedrich Merz hat mit US-Präsident Donald Trump telefoniert. »Wir sind uns einig: Der Iran muss jetzt an den Verhandlungstisch kommen«, schreibt der CDU-Politiker Merz auf X über das Gespräch mit dem US-Präsidenten während dessen Rückreise aus China.
Nach SPIEGEL-Informationen stand der Krieg in der Ukraine im Mittelpunkt des Telefonats zwischen Merz und Trump. Es ging um die Frage, wie erneute Friedensbemühungen aussehen könnten. Zum Thema Irankrieg äußerte Merz auf X: »Die Straße von Hormus muss geöffnet werden.« Teheran dürfe keine Nuklearwaffen haben.
Wir haben auch über eine Friedenslösung für die Ukraine gesprochen und uns vor dem NATO-Gipfel in Ankara abgestimmt. Die USA und Deutschland sind starke Partner in einer starken NATO. (2/2)
— Bundeskanzler Friedrich Merz (@bundeskanzler) May 15, 2026
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Das Telefonat kam auf Wunsch des Kanzlers zustande. Nach SPIEGEL-Informationen war es Merz ein Anliegen, mit Trump persönlich zu sprechen, um die jüngsten Spannungen zwischen Washington und Berlin auszuräumen. Trump hatte Merz zuletzt scharf kritisiert: »Er hat keine Ahnung, wovon er spricht!«, schrieb der US-Präsident auf seiner Plattform Truth Social über den Kanzler. Es sei kein Wunder, »dass es Deutschland so schlecht geht, sowohl wirtschaftlich als auch in anderer Hinsicht!«. Zuvor hatte Merz mit Blick auf die US-Verhandlungen mit Iran gesagt, da werde »eine ganze Nation gedemütigt durch die iranische Staatsführung«.
Merz rief Trump kurz nach seinem Auftritt beim Katholikentag in Würzburg an. Dort hatte Merz erneut mit einer Äußerung für Aufsehen gesorgt, die in Trumps Umfeld offenbar nicht gut ankommt. Während einer Podiumsdiskussion sagte der Kanzler: »Ich würde meinen Kindern heute nicht empfehlen, in die USA zu gehen, dort ausgebildet zu werden und dort zu arbeiten.« Das gesellschaftliche Klima in den USA habe sich verändert.
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Wenig später verbreitete Richard Grenell das Zitat auf der Plattform X . Grenell war in der ersten Amtszeit Trumps Botschafter der USA in Deutschland und gilt als einflussreiches Sprachrohr der MAGA-Bewegung. Der Kanzler, behauptete Grenell auf X, werde von »woken deutschen Medien« kontrolliert.
Der amerikanische Präsident macht, was er will, und Europa spielt die Betrogene. Dabei war der Regelbruch in Washington schon immer Teil der internationalen Politik. Neu ist etwas ganz anderes, schreibt die Politikwissenschaftlerin Nicole Deitelhoff in ihrem Gastbeitrag. Mehr über die transatlantische Illusion lesen Sie hier .
