SpOn 20.05.2026
11:55 Uhr

Führerschein: Bundeskabinett bringt Reform auf den Weg


Einen Führerschein zu machen, soll für Fahrschülerinnen und Fahrschüler günstiger und flexibler werden. TÜV und Fahrlehrer warnen: Das könnte die Verkehrssicherheit beeinträchtigen.

Führerschein: Bundeskabinett bringt Reform auf den Weg

Der Erwerb des Führerscheins in Deutschland soll »bezahlbarer und moderner« werden. Das Bundeskabinett hat nun eine Reform der Fahrschulausbildung beschlossen. Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) erklärte: »Der Führerschein ist ein Schlüssel zur eigenen Freiheit – besonders dort, wo Bus und Bahn nicht regelmäßig fahren. Mobilität darf kein Privileg sein.« Er betonte, mit der Reform würden die »Sicherheitsstandards auf höchstem Niveau« bleiben.

Der Erwerb eines Pkw-Führerscheins in Deutschland kostet laut Verkehrsministerium aktuell im Durchschnitt 3400 Euro. »Durch eine Kombination aus Digitalisierung, Bürokratierückbau und mehr Transparenz sollen die Kosten künftig deutlich gesenkt werden«, erklärte Minister Schnieder.

Vorgesehen sind etwa weniger Sonderfahrten, Theorieunterricht auch komplett online, ein kürzerer Fragenkatalog und die Möglichkeit privater Übungsfahrten, etwa mit einem Elternteil. Für die Reform legte das Verkehrsministerium einen Gesetzentwurf zur Änderung des Fahrlehrergesetzes und anderer straßenverkehrsrechtlicher Gesetze vor.

Der Entwurf kommt nun in Bundestag und Bundesrat. Angestrebt wird, dass die neuen Regeln Anfang 2027 in Kraft treten.

»Was uns fehlt, sind die Schnittstellen zu den Behörden«

Bei der Vorstellung der Pläne hatte etwa der TÜV-Verband die Vorschläge kritisiert, die auf eine Absenkung von Anforderungen bei der Fahranfängervorbereitung hinauslaufen – etwa bei der Fahrzeit, Prüfungsdauer und im Fragenkatalog. Eine Fahrerlaubnisprüfung »light« dürfe es nicht geben; das würde im Ergebnis die Verkehrssicherheit beeinträchtigen und dann auch in Folge mit deutlich höheren Kosten für das Individuum, aber auch insgesamt für die Gesellschaft in Verbindung stehen, warnte der Verband.

Die Bundesvereinigung der Fahrlehrerverbände verlangt indes Nachbesserungen. »Wir erwarten, dass Minister Schnieder im weiteren Verfahren endlich auf die Expertise von Fahrlehrern und Wissenschaftlern hört«, sagte Vizechef Kurt Bartels der »Rheinischen Post« .

Mit Blick auf die geforderte Entbürokratisierung der Ausbildung sagte Bartels: »Der überwiegende Teil der Fahrschulen ist hoch digitalisiert. Was uns fehlt, sind die Schnittstellen zu den Behörden.« Schnieder möchte, dass der Theorieunterricht auch komplett online stattfinden kann. Die Prüfungsfragen sollen zudem um ein Drittel reduziert werden.

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Die geplante Laienausbildung werde zudem ihr Ziel verfehlen, warnte Bartels: »Die, die sich ohnehin schwertun, bei denen etwa die Eltern kein Auto haben, werden davon nichts haben.«

In anderen europäischen Ländern gilt das bereits. Mehr dazu lesen Sie hier .

ani/AFP/dpa