31 Tage vor dem Start der Fußball-WM hat die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) erneut die Fifa wegen ihres Umgangs mit US-Präsident Donald Trump kritisiert. »Einen Monat vor der Weltmeisterschaft hat niemand eine Ahnung, was passieren wird. Da man kein effektives System für Menschenrechte und keine Aktionspläne hat, sondern nur den einen Mann im Weißen Haus, könnte alles Mögliche passieren«, sagte Minky Worden von Human Rights Watch in einem Interview mit ntv.de .
Mit Blick auf die Einhaltung der Menschenrechte beim Turnier in den USA, Mexiko und Kanada (11. Juni bis 19. Juli) habe die Fifa »auf unvorstellbarer Ebene« versagt, sagte die zuständige Direktorin für den Bereich »Global Initiatives«. »Momentan sieht es eher danach aus, dass das Turnier eine potenzielle Menschenrechtskatastrophe wird.«
Bundesbeamte der US-Einwanderungsbehörde ICE
Foto: Jonathan Ernst / REUTERSDie Fifa habe zwar sogenannte Menschenrechtsaktionspläne im Rahmen der Turniervergabe vorgeschrieben, doch nur ein Bruchteil der WM-Städte habe diese bis jetzt tatsächlich veröffentlicht. Diese wenigen Konzepte seien dabei nicht besonders gut und gingen laut Worden nicht auf die Sicherheitsbedenken von HRW ein.
Das größte Risiko liege im Umgang mit der umstrittenen US-Einwanderungsbehörde ICE, führte Worden aus. Die »paramilitärische Polizei« betreibe eine brutale und menschenverachtende Politik und missbrauche ihre Befugnisse. Einsätze von ICE-Beamten im WM-Umfeld müssten »unbedingt verhindert werden«. Es handle sich um Risiken, die der Fifa seit Langem bekannt seien, die sie aber nicht angegangen sei: »Auch innerhalb der Fifa nimmt niemand das Wort ›ICE‹ in den Mund.«
Zudem kritisierte Worden die Vergabe des neu geschaffenen Friedenspreises durch den Weltverband an Trump. »Hierbei handelt es sich um eine Form der Korruption«, sagte sie. Der Preis sei »eine erfundene Sache, um einem Mann zu schmeicheln«, der nicht für Frieden stehe, sondern für »gewaltsame Unterdrückung«, Bombardierungen außerhalb des Staatsgebiets und Kriege im Ausland.
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Gianni Infantino und der Weltverband gingen offenbar davon aus, dass eine Annäherung an Trump »auf die unglaublichste und peinlichste Art und Weise« der einzige Weg für eine erfolgreiche WM sei. Das sei »ein völlig falsches Verständnis«. Es sei keine WM, die es wert sei, gefeiert zu werden.
Soll man der Weltmeisterschaft in den USA fernbleiben? Erstaunlich viele Menschen diskutieren diese Frage ernsthaft. Wieso nur im Fußball sie niemand von Belang stellt, lesen Sie hier .
